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Nach Banküberfall in der Wildschönau: Verdächtiger bestreitet Tat

Wenige Stunden nach einem Banküberfall in der Wildschönau konnte die Polizei in Kufstein einen 31-jährigen Verdächtigen festnehmen. Der Ungar bestreitet jedoch die Tat.

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Die Polizei sperrte den Tatort ab.
© ZOOM.TIROL

Oberau, Kufstein – Nach dem Blitzüberfall auf die Raika-Filiale in Oberau ging es im Eiltempo weiter. Am Montag um 23 Uhr, sechs Stunden und zehn Minuten nach dem Bankraub, konnten Polizeibeamte in Kufstein einen Verdächtigen festnehmen. Der Ungar bestreitet allerdings die Tat. Mittlerweile befindet sich der 31-Jährige in der Innsbrucker Justizanstalt.

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Zunächst sah es für die Fahnder nicht sehr rosig aus. Denn der Täter hatte mit einem Mountainbike die Flucht ergriffen. In Oberau keine schlechte Idee, da mehrere Wege bergab ins Inntal führen. So kam es auch, dass die Großfahndung zunächst ins Leere lief – der Räuber schien wie vom Erdboden verschluckt.

Das änderte sich, als im Rahmen der TV-Sendung „Tirol heute“ mehrere Fotos des unmaskierten Täters über die Bildschirme flimmerten. Die Aufnahmen stammten aus den Überwachungskameras der Bank. „Unmittelbar nach der Sendung hat sich dann eine Zuseherin bei uns gemeldet“, schildert Sabine Reinthaler von der Polizei-Pressestelle: „Die Frau war sich sicher, den Räuber zu kennen. Sie wusste auch, wo sich der Mann aufhält.“ Die Informationen führten tatsächlich zum Fahndungserfolg. Um 23 Uhr konnten Polizeibeamte in Kufstein den 31-jährigen Ungarn festnehmen. Der Gastgewerbe-Mitarbeiter hatte einen hohen Geldbetrag bei sich. Die Ermittler vermuten, dass es sich dabei um die Beute handelt. Dennoch bestreitet der Ungar jeden Zusammenhang mit dem Überfall. „Er sagt, dass er nicht einmal ein Fahrrad besitzt“, erzählt Reinthaler.

Der Bankraub war einer der schnellsten in der Tiroler Kriminalgeschichte. Wie berichtet, benötigte der Täter nur 20Sekunden, um ein unversperrt aufbewahrtes Geldbündel hinter dem Schalter an sich zu nehmen und zu flüchten. Offenbar verfügte der Mann über Insiderkenntnisse. Erstaunlich ist, dass der Räuber weder Handschuhe trug noch maskiert war. Lediglich eine Mütze bedeckte seinen Kopf, zunächst trug er auch eine Sonnenbrille, die er dann aber abnahm. Jetzt suchen Polizeibeamte nach Beweisen, die den Verdacht gegen den Ungarn erhärten können. Dazu zählt auch das verschollene Fluchtrad. (tom)

Polizisten bei der Alarmfahndung nach dem Überfall im November.
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