Iran: Europa „mehr Zeit“ geben für Schritte zum Schutz des Handels

Teheran (APA/AFP) - Der Iran will der Europäischen Union „mehr Zeit“ geben, um ihre Pläne zur Schaffung eines Mechanismus zur Abwicklung der...

Teheran (APA/AFP) - Der Iran will der Europäischen Union „mehr Zeit“ geben, um ihre Pläne zur Schaffung eines Mechanismus zur Abwicklung der Zahlungen mit dem Iran umzusetzen. Europa setze seine Bemühungen „trotz des wachsenden US-Drucks“ fort, doch könne sein Land „nicht ewig“ auf die Umsetzung der EU-Maßnahmen zum Schutz des Handels vor den US-Sanktionen warten, sagte Vize-Außenminister Abbas Araktshi am Freitag der Nachrichtenagentur Irna.

Die EU will eine spezielle Institution schaffen, über die europäische Unternehmen Zahlungen mit dem Iran abwickeln können, ohne damit gegen die US-Sanktionen zu verstoßen. Die Institution soll als eine Art Tauschbörse funktionieren, doch zögern viele Länder aus Angst vor den US-Sanktionen, sie aufzunehmen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg haben bereits Österreich, Belgien und Luxemburg abgelehnt, als Gastgeber zu fungieren.

Die USA übten Druck auf die Länder aus, die sich an dem Mechanismus beteiligen wollten, sagte Araktshi. Die US-Regierung will mit ihren im August und November verhängten Handels- und Finanzsanktionen die iranischen Banken isolieren und die iranischen Ölexporte auf Null senken. Ihr Ziel ist es, Teheran damit zu weiteren Zugeständnissen bei seinem Atom- und Raketenprogramm sowie in der Außenpolitik zu zwingen.