L.P. mit neuem Album nach Durchbruch: „Bisschen Genugtuung ist da“

Wien (APA) - Sieben Plattenverträge hat Laura Pergolizzi, die sich als Popmusikerin L.P. nennt, in ihrem 37-jährigen Leben abgeschlossen. Na...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Sieben Plattenverträge hat Laura Pergolizzi, die sich als Popmusikerin L.P. nennt, in ihrem 37-jährigen Leben abgeschlossen. Nach langer Durststrecke schaffte die Amerikanerin vor zwei Jahren mit „Lost On You“ den Durchbruch. Dabei wollte Warner Records nicht an den spätere Erfolgssong glauben. „Ein bisschen Genugtuung ist schon da“, sagte L.P. im APA-Interview.

„Heart To Mouth“ heißt das am 7. Dezember erscheinende, neue Album von L.P. Für andere Künstler hat die Sängerin mit italienischen Wurzeln aus New York zahlreiche Hits komponiert, so war sie für Rihannas „Cheers (Drink to That)“ und Christina Aguileras „Beautiful People“ mitverantwortlich. Dass sie mit der Single „Lost On You“ und dem gleichnamigen Album plötzlich selbst die Charts emporkletterte und sie über Nacht in vollen Konzertsälen auftrat, „war natürlich befreiend“, nickte die Indie-Popkünstlerin bei einem Wien-Besuch.

Aufgewachsen ist die Tochter eines Anwalts und einer ehemaligen Opernsängerin auf Long Island in New York. Nach dem Umzug nach Manhattan legte sie sich ihr Pseudonym zu und versucht, Musik zum Beruf zu machen. 2001 erschien ihr erster Longplayer („Heart Shaped Scar“), für den Nachfolger „Suburban Sprawl & Alcohol“ arbeitete sie mit Linda Perry (4 Non Blondes) zusammen. Die Kritiken waren gut, das kommerzielle Echo bescheiden. Ein Ortswechsel nach Los Angeles, weitere Veröffentlichungen und kurze Engagements bei diversen Labels folgten, ehe „Lost On You“ alles änderte.

Mit „Recovery“ hatte L.P. im Voraus eine Single aus „Heart To Mouth“ ausgekoppelt, die in Sachen Gänsehaut-Feeling „Lost On You“ wenig nachsteht. Dennoch klingt das Album alles andere als kalkuliert, vielmehr scheint jeder Song eher von Gefühlen als von Berechnung diktiert. „Ich hätte gar keine Ahnung, wie man Songs so schreibt, dass sie in Spotify-Playlisten passen“, betonte Pergolizzi. „Natürlich ist mir klar, dass einiges eingängig ist, aber welcher Song als Single funktioniert, kann ich nicht sagen.“

TT-ePaper gratis lesen und ein E-Bike gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen. Der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Eigentlich hätte sie ja Material für ein Doppelalbum, aber keine Zeit gehabt, alle auszuarbeiten. „Ich schreibe so oft und so viel wie möglich“, erzählte L.P. „Die Lieder auf dem Album passen sehr gut zusammen, aber um ehrlich zu sein: Ich habe jene Songs genommen, die fertig waren. Und das waren eben diese zwölf.“ Wobei ihr eines sehr wichtig sei: „Es gibt nichts Schrecklicheres, als eine großartige Melodie mit beschissenen Texten. Ich hasse das! Wenn ich eine tolle Melodie im Kopf habe, aber keinen tollen Text dafür, lege ich die Melodie erst einmal auf Eis.“

Angst, zu viel von sich preiszugeben, hat die Frau mit markantem Lockenkopf offensichtlich nicht. „Manchmal bin ich in meinen Texten sehr direkt“, sagte sie. „‘Recovery‘ habe ich aus der Sicht meiner Ex-Ex-Freundin geschrieben. Ich habe mich sehr schuldig gefühlt, ich war traurig, also habe ich das Lied aus ihrer Sicht an mich selbst geschrieben.“

Mit einem „Theaterstück mit verschiedenen Akten“ verglich L.P. ihr Album. „Ich wollte nicht den selben Song über ein ganzes Album verteilen, sondern es interessant halten und manchmal den Stil wechseln. Ich bin aber auch nicht künstlerisch komplett ausgeflippt“, grinste L.P. „ Ich bin übrigens mehr song- als richtungsorientiert. Es schwirrt so viel in meinem Kopf herum, ich weiß nie, was rauskommt.“

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - http://iamlp.com)


Kommentieren