Britischer Geheimdienstchef warnt Russland

London (APA/AFP) - Angesichts mutmaßlicher Attacken aus Russland hat der Chef des britischen Auslands-Geheimdienstes MI6, Alex Younger, die ...

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London (APA/AFP) - Angesichts mutmaßlicher Attacken aus Russland hat der Chef des britischen Auslands-Geheimdienstes MI6, Alex Younger, die Führung in Moskau vor harten Gegenmaßnahmen gewarnt. Russland solle die Möglichkeiten und die Entschlossenheit Großbritanniens nicht unterschätzen, hob Younger in einer Rede an der schottischen Universität St. Andrews hervor, deren Text am Montag im Voraus vom britischen Außenministerium veröffentlicht wurde.

Younger sprach damit seit Beginn seiner Amtszeit 2014 erst zum zweiten Mal öffentlich. Die Rede sollte sich insbesondere an Staaten richten, die mit Großbritannien in „dauerhafter Konfrontation“ stünden. Demnach warnte der Chef des britischen Ausland-Geheimdienstes „Russland oder alle anderen Staaten, die die Absicht haben, unsere Lebensweise zu stören, unsere Entschlossenheit und unsere Möglichkeiten oder die unserer Verbündeten nicht zu unterschätzen“.

Weiterhin plädierte er für eine Fortentwicklung bei den Geheimdiensten zu einer „vierten Spionage-Generation“. Diese vereine „traditionelle, menschliche Fähigkeiten und beschleunigte Innovationen“. So müsse auch die „verschwommene Grenze“ der physischen und virtuellen Welt besser genutzt werden.

Younger, der auch „C“ genannt wird, bezieht sich in seiner Rede auch auf die Reaktion Londons im Fall Skripal. Der ehemalige Doppelagent und seine Tochter Julia waren im März in der südenglischen Stadt Salisbury durch einen Giftanschlag schwer verletzt worden und nur knapp dem Tode entronnen. Großbritannien macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Die Affäre führte zu einer internationalen diplomatischen Krise.


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