Mehr Zuschauer und höhere Auslastung beim Theater Basel

Basel (APA/sda) - Das Theater Basel hat eine erfolgreiche Spielzeit 2017/18 hinter sich. Das zum „Theater des Jahres 2018“ gekürte größte Sc...

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Basel (APA/sda) - Das Theater Basel hat eine erfolgreiche Spielzeit 2017/18 hinter sich. Das zum „Theater des Jahres 2018“ gekürte größte Schweizer Dreispartenhaus konnte in der letzten Saison Besucherzahl und Auslastung steigern. In seiner dritten Spielzeit unter der künstlerischen Leitung von Intendant Andreas Beck konnte das Theater Basel 180.766 Eintritte verzeichnen, 8.573 mehr als in der Spielzeit zuvor.

Das Programm umfasste 604 Veranstaltungen, 44 mehr als 2016/17. Der Verwaltungsrat sei „sehr zufrieden mit dem Zuspruch“, sagte Präsident Samuel Holzach am Dienstag vor den Medien. Die Inszenierungen mit den höchsten Besucherzahlen waren in der vergangenen Spielzeit „La Traviata“ in der Oper und „Schwanensee“ im Ballett. Die „Traviata“ besuchten fast 15.000 Leute über alle 18 Aufführungen - Saisonrekord. Im Schauspiel waren „Die Dreigroschenoper“ auf der Großen Bühne und „Woyzeck“ im Schauspielhaus an der Spitze.

Verwaltungsratspräsident Samuel Holzach attestiert dem Theater Basel „überragende Qualität“. Das Dreispartenhaus hat denn in der letzten Saison auch zahlreiche Auszeichnungen erhalten. So wurde es zum dritten Mal in Folge ans Berliner Theatertreffen eingeladen und zum zweiten Mal in seiner Geschichte zum deutschsprachigen „Theater des Jahres“ gekürt.

Dass Intendant Andreas Beck „nicht ganz so fröhlich“ Saisonbilanz zog, liege an einem „systemischen“ Problem. Das „kenntnisreiche Publikum“ der „verwöhnten Stadt“ ins Dreispartenhaus zu locken, sei selbst mit künstlerisch hervorragenden neuen Aufführungen nicht einfach. Eine brillante „Lucia die Lammermoor“ mit 65 Prozent Auslastung sei doch „ein Jammer“. Manche Wiederaufnahmen schafften 85 Prozent.

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Wenn er neues fördern wolle, brauche er daneben Kassenschlager, die das finanzieren, erklärte Beck. Diesen Spagat erschwere aber das in den Nullerjahren zwecks Sparens eingeführte „Stagione-Prinzip“: Man müsse neue Stücke viel zu lange spielen, was die Auslastung absacken lasse.

Aus Platz- und Geldmangel könne das Theater Basel aber keine Kulissen für Gassenhauer einlagern, sondern müsse sie zum Saisonende zersägen. Für ein attraktives größeres Repertoire müsste man Kulissen anders bauen, zerlegbar, und im Lager auch pflegen, warb Beck. Zudem brauche es Lagerplatz und einen Fuhrpark dafür.

Diese „sehr engen Fesseln“ des Stagione-Prinzips müsse seine Nachfolge lösen, denn der Status Quo reiche mittelfristig nicht. Eine Umstellung sei mit einer halben Million mehr machbar. Laut Holzach ist ein entsprechendes Subventionsgesuch gestellt. Diese Summe anderswo einzusparen würde acht bis zehn Jobs kosten.

Der Erfolg auf der Bühne brachte erfreuliche Finanzen. So konnten die Besuchereinnahmen um 482.202 Franken auf 8,8 Mio. Franken (7,77 Euro) gesteigert werden. Seinen Eigenwirtschaftlichkeitsgrad konnte das Theater Basel von 22,6 auf 23,6 Prozent steigern. Die Staatsbeiträge blieben stabil.

Becks Tage am Theater Basel sind gezählt. 2019 wechselt der erfolgreiche Intendant nach München ans Residenztheater, wo er die Leitung des Bayerischen Staatsschauspiels übernimmt. In Basel wird Benedikt von Peter sein Nachfolger; er leitet derzeit noch das Theater Luzern.


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