Rohstoffe (17.00) - Ölpreis im Verlauf mit Zugewinnen

Wien (APA) - Der US-Ölpreis hat am Dienstag im späten europäischen Handel erneut fester gegenüber dem Vortag tendiert. Gegen 17.00 Uhr koste...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - Der US-Ölpreis hat am Dienstag im späten europäischen Handel erneut fester gegenüber dem Vortag tendiert. Gegen 17.00 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 53,42 Dollar und damit um 0,89 Prozent mehr als am Montag. Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 62,53 Dollar gehandelt, um 1,36 Prozent höher als zuletzt.

Bereits zu Wochenbeginn hatten die Ölnotierungen deutlich angezogen. Analysten nannten zwei Hauptgründe: Auf der Nachfrageseite dämpfte die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit etwas den bestehenden Konjunkturpessimismus. Angebotsseitig werden die Ölpreise getrieben durch Erwartungen auf eine Förderkürzung durch die OPEC. Die Energieminister der OPEC-Länder treffen sich am Donnerstag in Wien, um über ihren Kurs zu beraten.

Für einen Dämpfer sorgten laut Marktbeobachtern zu Mittag Aussagen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih. Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob die OPEC-Allianz aus wichtigen Förderländern bei dem Treffen diese Woche eine Förderkürzung beschließen werde, sagte Al-Falih laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Interview.

Große mediale Resonanz fand am Vortag die Meldung, dass Katar zum Ende des Jahres die OPEC verlässt. Dass der Ölpreis deswegen gestiegen sein soll, ist nach Meinung der Commerzbank-Experten unlogisch. Denn Katar dürfte die Ölproduktion 2019 voraussichtlich ausweiten, da es nicht mehr an das Kürzungsabkommen gebunden ist.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat im Konflikt mit den USA den Ton verschärft und erneut mit einer Blockade der Ölexportrouten im Persischen Golf gedroht. „Falls eines Tages die USA wirklich den iranischen Ölexport blockiere sollten, dann wird überhaupt kein Öl mehr am Persischen Golf exportiert“, sagte Ruhani am Dienstag.

Am späten Dienstagnachmittag lag der Goldpreis in London bei 1.238,81 Dollar und damit etwas fester gegenüber dem Schlusskurs von Montag von 1.231,15 Dollar. Unterstützt wird der Goldpreis nach Meinung der Commerzbank-Analysten vom schwächeren US-Dollar sowie vom deutlichen Rückgang der Anleiherenditen.

Nach wie vor stiehlt Palladium allen anderen Edelmetallen die Show. Es verteuerte sich am Montag um über zwei Prozent und kostete in der Spitze 1.224 Dollar je Feinunze, so viel wie nie zuvor. Allerdings ist der hohe Preisaufschlag von Palladium in den Augen der Commerzbank-Experten nicht gerechtfertigt, da die Autoabsätze zuletzt auf allen wichtigen Märkten ziemlich schwach waren. Zudem drohen US-Zölle auf die Importe von Autos und Autoteilen aus der EU.


Kommentieren