#MeToo: Weihnachtslied „Baby, It‘s Cold Outside“ in Verruf

In dem Lied wird der Verführungsversuch eines Mannes besungen, der eine Frau überreden will, bei ihm über Nacht zu bleiben.

Symbolfoto.
© AFP

Los Angeles – In US-Radiosendern laufen derzeit Weihnachtslieder in Schleifen - doch ein berühmter Song ist infolge der #MeToo-Bewegung nun in Verruf geraten: Der Klassiker „Baby, It‘s Cold Outside“ wurde von einer Reihe von Radiosendern von deren Playlisten gestrichen. Grund ist der Text des Songs, den manche als übergriffig gegenüber Frauen und sogar als Beschreibung einer Fast-Vergewaltigung kritisieren.

Als erster nahm der Radiosender WDOK im US-Bundesstaat Ohio das Lied, das unter anderem von Dean Martin, Dolly Parton, Ray Charles und Lady Gaga interpretiert wurde, am vergangenen Wochenende aus seinem Programm. Der Sender, der in der Festzeit nur Weihnachtslieder spielt, berief sich auf eine Umfrage unter Hörern, die gegen „Baby, It‘s Cold Outside“ votiert hätten. Andere Sender im Land sowie auch in Kanada folgten. In Colorado gab es aber auch Proteste empörter Hörer über die Zensur des Songs - der Radiosender KOSI kündigte daraufhin am Dienstag an, das Lied wieder zu spielen.

Der Text des Songs ist seit Jahren umstritten, doch infolge der Enthüllungen über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen vor allem in der Film- und Musikbranche ist die Diskussion in diesem Jahr besonders virulent. In dem Lied wird der Verführungsversuch eines Mannes besungen, der eine Frau überreden will, bei ihm über Nacht zu bleiben - „Baby, It‘s Cold Outside“ bedeutet auf Deutsch „Schatz, es ist kalt draußen“. In dem Dialog in dem Lied heißt es unter anderem auch: „Say, what‘s in this drink?“ („Sag, was ist in dem Getränk drin?“) und „I ought to say no, no, no ...“ („Ich sollte Nein, Nein, Nein sagen...“). (APA/AFP)

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