Leitbörsen in Fernost schließen einheitlich schwächer

Tokio (APA) - Der Sinkflug der Leitbörsen in Fernost hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Seit Beginn der Woche kommen die asiatischen Börsen...

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Tokio (APA) - Der Sinkflug der Leitbörsen in Fernost hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Seit Beginn der Woche kommen die asiatischen Börsen nicht auf die Beine. Der Nikkei-225 Index in Tokio fiel um 417,71 Zähler oder 1,91 Prozent auf 21.501,62 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong verlor um 663,30 Zähler (minus 2,47 Prozent) auf 26.156,38 Einheiten. Der Shanghai Composite gab um 44,63 Punkte oder 1,68 Prozent auf 2.605,18 Punkte nach.

Auch die Märkte in Indien und Australien zeigten sich mit Abschlägen. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 35.312,13 Zählern mit minus 572,28 Punkten oder 1,59 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney gab um 12,4 Zähler oder 0,22 Prozent auf 5.736,70 Einheiten nach.

Befürchtet wird, dass die Spannungen zwischen China und den USA wieder zunehmen, nachdem die beiden weltgrößten Volkswirtschaften erst am vergangenen Wochenende einen einstweiligen „Waffenstillstand“ im Zollstreit ausgehandelt hatten.

Eskalationspotenzial liefert nun die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei in Kanada. Die USA drängen auf die Auslieferung der Top-Managerin Meng Wanzhou. Die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei wird beschuldigt, das US-Handelsembargo gegen Iran verletzt haben.

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Ungeachtet der Verhaftung von Meng gibt sich das chinesische Handelsministerium in dem Handelskonflikt zuversichtlich. China gehe davon aus, dass es innerhalb der 90-tägigen Verhandlungsrunde einen Handelsvertrag mit den USA schließen könne, sagte Gao Feng, Sprecher des Handelsministeriums.

In Honkong traf es vor allem den Telekommunikationssektor. Der Huawei-Konkurrent ZTE hatte selbst Probleme mit der US-Justiz in Bezug auf Iran-Geschäfte. Der Netzwerk-Ausrüster musste hohe Geldstrafen hinnehmen. Die Aktien fielen in Hongkong um fast sechs Prozent. Sunny Optical Technology (minus 5,5 Prozent) und AAC Technologies Holdings (minus 5,6 Prozent) sind beide Zulieferer für Huawei. Tencent Holdings verloren 5,2 Prozent.

Nicht nur Aktien in China wurden in Mitleidenschaft gerissen, sondern auch japanische Werte. SoftBank Group arbeitetet mit Huawei zusammen an Roboteranwendungen für 5G-Technologie. Die Aktien in Tokio fielen fast fünf Prozent.


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