Haft nach Betrug an Kranken

Delikte an Kindern oder Kranken sind in jeder Gesellschaft verpönt und stellen in Österreich einen Strafzumessungsgrund dar. Ist der Täter n...

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Delikte an Kindern oder Kranken sind in jeder Gesellschaft verpönt und stellen in Österreich einen Strafzumessungsgrund dar. Ist der Täter noch einschlägig vorbestraft, ergibt das im Prozess eine ungünstige Konstellation für den Angeklagten. So wie gestern am Landesgericht bei einem 41-jährigen Unterländer, der schon vor Monaten durch die Medien gegeistert war. Der Mann war über seine Anstellung bei einer Firma für medizinische Geräte an lungenkranke Senioren gekommen, indem er Sauerstoffgeräte aufgefüllt hatte. 2017 hatte der Servicemitarbeiter begonnen, den Kranken kompaktere und sparsamere Geräte vorzuführen und deren Lieferung – freilich gegen Anzahlung – zu versprechen. Der Gewinn an Lebensqualität war 14 Kranken Anzahlungen von insgesamt 10.400 Euro wert. Nicht einmal die zwei übergebenen Kompaktgeräte hatten dem wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs Angeklagten aber gehört. Motiv für den Betrug: Deckung von Schulden, die der bereits neunfach Vorbestrafte angehäuft hatte. Auch ein schon verbüßter Haftaufenthalt wegen ähnlicher Betrügerei konnte den Unterländer nicht von neuerlicher Delinquenz abhalten. Durch sein Geständnis ersparte er den Senioren immerhin den Weg zum Gericht. Eineinhalb Jahre Gefängnis nahmen Verurteilter und Staatsanwalt sofort an.

Nicht rechtskräftig wurde gestern eine Diversion über insgesamt 1800 Euro wegen versuchter Bestimmung zum Amtsmissbrauch durch einen Autofahrer. Das variantenreiche Feilschen um (k)eine Anzeige wegen Alkohols am Steuer sahen zwei Schöffen im Gegensatz zum Richter nicht als Grund für eine Vorstrafe. Jetzt muss das Oberlandesgericht. entscheiden. (fell)


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