Reitshammer streckt sich in China nach der WM-Decke

Mit dem großen Ziel Finaleinzug startet das Absamer Schwimm-Ass Bernhard Reitshammer am Dienstag in Hangzhou (CHN) in die WM.

Bernhard Reitshammer absolviert drei Einzelstarts bei der WM.
© gepa

Von Roman Stelzl

Hangzhou — Was einem Rückenschwimmer in einer Halle als Erstes auffällt? Die Decke. Das Zentrum des Blicks. Wer mit dem Fokus nach oben gut 50 Sekunden lang um höchste WM-Ehren kämpft, richtet sein Augenmerk schnell auf die dortige kreative Gestaltung. So ist es auch Bernhard Reitshammer ergangen, dem Tiroler, der in der Nacht auf Dienstag (2.30 Uhr, MEZ) sein Abenteuer bei der Kurzbahn-Weltmeisterschaft in Hangzho­u (CHN) über 100 Meter Rücken startet.

„Die Decke ist für die Rücken-­Distanz nicht optimal. Das Muster ist ein wenig komisch", schmunzelte der 24-jährige Absamer. Es sollte aber der einzige Kritikpunkt bleiben: „Die Wettkampfhalle ist der Hammer. Es ist alles im Tennis-Center aufgebaut, das ist richtig geil."

Und das muss es auch sein: Schauplatz der 14. Kurzbahn-WM ist Teil des nach neun Jahren Bauzeit nagelneuen Hangzhou Sports Park — vor bis zu 10.000 Zuschauern.

Ein guter Ort, um nach der Decke zu greifen. Jetzt rein sportlich gesehen. Reitshammer selbst darf nach zwei EM-Teilnahmen (2015, 2017) auf der 25-Meter-Bahn nun erstmals bei einer WM starten. Dementsprechend groß ist die Freude beim früheren TWV-Athleten, der vor zwei Jahren zum ASV Linz nach Oberösterreich ausgewandert ist. „Ich freue mich schon, wenn ich das erste Mal schwimmen darf. Im Moment passt alles gut, ich brauche nur noch ein bisschen zum Eingewöhnen wegen der Zeitverschiebung", sagt der jüngere Bruder von Ex-WM-Schwimmerin Carolin­e Reitshammer.

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Seine größten Chancen wittert der 1,89 Meter große Parade-Athlet, der Rappen zu seinen Hobbys zählt, über die 100 Meter Lagen. Das große Ziel? Eh klar: Finale. „Das ist im Vorhinein schwer zu sagen, da die Dichte extrem ist und man mit einem Fehler viele Plätze zurückfällt. Aber ich gebe mein Bestes."

Die Form passt. Das bewies Reitshammer, der nur noch alle zwei bis drei Monate für einen Tag nach Tirol kommen kann, zuletzt mit dem österreichischen Rekord über 50 Meter Brust. Die wird er am Samstag in Angriff nehmen — als dritten Einzel-WM-Bewerb nach den 100 m Rücken morgen und den 100 m Lagen (Donnerstag). Wer muss sich da schon im ersten Bewerb nach der Decke strecken ...


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