Bahnhof Seefeld ist fit für die Nordische Ski-WM

22,8 Mio. Euro steckten ÖBB, Land und Gemeinde in den umfassenden Umbau der Anlage – am Montag wurde die offizielle Eröffnung gefeiert.

Bürgermeister Werner Frießer, ÖBB-Infra Vorstand Franz Bauer, ÖBB-Holding Aufsichtsratsvorsitzender Gilbert Trattner, Landeshauptmann Günther Platter, LHStv.in Ingrid Felipe, LA Markus Abwerzger (v.l.) bei der Eröffnung.
© Rudy De Moor

Seefeld – „21 Goldmedaillen werden bei der Nordischen Ski-WM vergeben – die größte haben die Seefelder Bürger und Gäste aber schon im Vorfeld erhalten“, strahlte BM Werner Frießer am Montag bei der offiziellen Eröffnung des neuen Bahnhofs Seefeld. In eineinhalb Jahren Bauzeit wurde der Bahnhof umfassend umgebaut und modernisiert – und somit auch „WM-fit“ gemacht. Schließlich werden zur WM (19. Februar bis 3. März) rund 200.000 Besucher erwartet – und möglichst viele sollen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

ÖBB, Land Tirol und die Gemeinde haben gemeinsam ca. 22,8 Mio. Euro ins Gesamtprojekt investiert. „Da das Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz steht, galt es die alte Bausubstanz möglichst behutsam mit modernen Elementen zu verbinden“, erklärte Franz Bauer, Vorstand der ÖBB Infrastruktur AG. Herausfordernd sei es auch gewesen, den Umbau größtenteils unter voller Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs abzuwickeln.

Zu den Neuerungen zählen u. a. zwei Personenlifte, die zu den beiden neuen, witterungsgeschützten Randbahnsteigen (245 und 275 Meter lang) führen, eine helle Unterführung und ein neu gestalteter Busterminal, der über Bahnsteig 1 direkt erreichbar ist. Park & Ride-Anlage (38 Plätze) und Fahrradabstellflächen wurden erweitert, der barrierefreie Bahnhof verfügt jetzt außerdem über ein taktiles Blindenleitsystem. Überdies wurden ca. 2000 Meter an neuen Gleisen, 3300 Stück Bahnschwellen und vier neue Weichen montiert.

BM Frießer zeigte sich froh, dass auf die dritte Gleisanlage verzichtet werden konnte. Mit zwei Gleisen und neuer Weiche lasse sich der gesamte Zugverkehr – inklusive der längeren neuen Talent-Garnituren – problemlos abwickeln. Auch sonst ist viel passiert: So wurden die Verkehrsflüsse rund um den Bahnhof neu gestaltet: „Ein neuer Kreisverkehr am ehemaligen Feuerwehrparkplatz löst den Ost-West- und Nord-Süd-Verkehr auf, der Hauptverkehrsfluss wurde auf die Ostseite des Bahnhofs verlagert“, erklärt Frießer. Somit konnte der Bahnhofsvorplatz zur Fußgängerzone umgebaut werden. „Die Gäste steigen quasi direkt im Ortszentrum aus“, freut sich Frießer. Das Infobüro des Tourismusverbandes wiederum übersiedelte ins Bahnhofsgebäude – und bietet dort auch Bahnleistungen (Informationen, Ticketverkauf etc.) mit an.

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„Ohne Nordische Ski-WM wäre der Bahnhof sicher nicht in dieser Form umgebaut worden, das zeigt den Mehrwert großer Sportveranstaltungen“, betonte LH Günther Platter (VP). Zusammen mit der neu gestalteten Sportinfrastruktur sei Seefeld auch touristisch „für die nächsten Jahre und Jahrzehnte bestens gerüstet“. LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) sprach von einer „Tipptopp-Visitenkarte“, auch was die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger angehe.

Ziel müsse es sein, immer mehr Touristen per Öffis nach Tirol zu bringen, meinte LA Markus Abwerzger (FPÖ), der Verkehrsminister Norbert Hofer vertrat (und dies übrigens auch bei der Eröffnung des neuen Perjentunnels am Wochenende tun wird). Abwerzger verwies hier auch auf neue ICE-Anschlüsse in Seefeld an den Wochenenden. (md)

Schneegestöber zur Eröffnung am Seefelder Bahnhof.
© Rudy De Moor

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