Wann kehrt Schlierenzauer zurück? “Wir schauen von Tag zu Tag“

ÖSV-Adler Gregor Schlierenzauer arbeitet derzeit im Einzeltraining für sein Comeback. Wann das stattfindet, ist derzeit noch nicht abzusehen.

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Gregor Schlierenzauers Weltcupsaison hatte bislang wenig Licht und viel Schatten zu bieten.
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Von Susann Frank

Innsbruck –Sein letzter Triumph liegt vier Jahre zurück und doch ist der Name Gregor Schlierenzauer allgegenwärtig im Bezug auf das österreichische Skisprungteam. Der Fulp­mer ist der mit dem Star-Potenzial. Durch seine Rekorde wie die 53 Weltcupsiege und durch seine exzentrische Art. Deswegen interessiert viele: Wann kehrt der 28-Jährige in den Weltcup zurück? Oder: Schafft er noch einmal den Sprung ganz nach oben?

„Ich glaube an Gregor“, betont Cheftrainer Andreas Felder. Und weil er auf eine erfolgreiche Rückkehr des Weltmeisters von 2011 in Oslo vertraut, setzt der Absamer alle Hebel dafür in Bewegung.

Co-Trainer Florian Liegl ist seit zwei Wochen für den Tiroler abgestellt. Die beiden üben, üben und üben. Schlierenzauer kommt somit in der kalten Jahreszeit zum Schwitzen wie an den Hundstagen ab Juli. Alte, eingeschliffene und mittlerweile nicht mehr Erfolg versprechende Muster sollen umprogrammiert werden in neue, konkurrenzfähige. Dafür mussten sie einen „gemeinsamen Nenner“ finden. Sprich: eine adaptierte Technik, von der beide überzeugt sind. Für Schlierenzauer ist es schwierig, sich von seinem eingeschliffenen Sprunggefühl zu trennen, schließlich hob er mit eben diesem zu Höhenflügen ab.

In intensiven Trockentrainingseinheiten wurde zuletzt versucht, die alten Muster aufzubrechen. „Wir versuchen, einen neuen Link im Gehirn zu setzen.“ Das muss beim Trockentraining geschehen, von der Schanze sei es unmöglich. „In einer gefährlichen Umgebung kann man keine neuen Muster setzen. Weil das Gehirn immer auf Sicherheit bedacht ist und somit in die alte Gewohnheit zurückfällt“, erklärt Liegl.

Vergangenen Freitag und Samstag begab sich das Duo erstmals wieder auf die Schanze, eine kleine (70 m). „Es war gut“, urteilt Liegl. Von einer Rückkehr in den Wettkampf oder sogar einem Tournee-Start will Liegl noch nicht sprechen. „Wir schauen von Tag zu Tag.“ Das Schwierigste wäre sowieso, eine gute Balance zwischen Belastung und Erholung zu finden: „Weil Gregor so ein ehrgeiziger Hund ist“, zollt Liegl dem Tatendrang seines Schülers Respekt.

Cheftrainer Felder meint: „Gregor wird es nur schaffen, wenn er sich auf seine Sache konzentrieren kann.“ Bei der Tournee sei das durch den Hype um die Veranstaltung schwierig. „Und wenn Kleinigkeiten dann nicht gefestigt sind, fällt er wieder in das alte Muster.“ Ihm wäre lieber, Schlierenzauer arbeitet in Ruhe weiter, festigt die Umstellung und kehrt dann zurück. Der große Höhepunkt steht mit der Heim-WM in Seefeld erst Mitte Februar an. Eine Medaille dort und die Karriere von Schlierenzauer wäre um eine außerordentliche Erfolgsgeschichte reicher.


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