Kompromiss um gelbe Innenstadtkarte in Sicht

Heute könnte eine Entscheidung fallen, wie es mit der Karte in Zukunft weitergeht – und wer künftig dafür bezahlen soll.

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Schon heute könnte sich entscheiden, wie es mit der Innenstadtkarte in Innsbruck weitergeht.
© Thomas Böhm

Von Marco Witting

Innsbruck –Der Weihnachtsstress ist in vollem Gange. Innsbrucks Geschäfte sind voll. Da möchte man meinen, dass nichts die Freude der Innenstadtkaufleute trüben könnte. Wäre da nicht die Diskussion über die gelbe Innenstadtkarte und der Plan der Stadtregierung, die finanzielle Unterstützung dafür im kommenden Jahr zu streichen. Doch heute könnte es zu einem Kompromiss in der Frage kommen – und für die gelbe Innenstadtkarte könnte es auch weiter grünes Licht geben.

Bei seiner letzten wöchentlichen Pressekonferenz vor dem Jahreswechsel erklärte BM Georg Willi (Grüne), auf die Karte angesprochen, nämlich: „Wir hatten eine große Verhandlungsrunde und haben dabei auch mit den Tiefgaragenbetreibern gesprochen. Wenn wir Glück haben, dann wird die Karte von den Kaufleuten, den IVB und den Tiefgaragenbetreibern ganz einfach weitergeführt.“ Einen „kleinen Anteil der Stadt“ könnte es auch geben. Für Willi wäre dies ein „guter Weg“. Der Bürgermeister hofft, dass noch vor Weihnachten eine Einigung über die finanziellen Einzelheiten erzielt werden kann – auch die Garagen würden profitieren, sagte Willi. Eine Lösung könnte es schon heute geben, denn da trifft man sich zur nächsten Verhandlungsrunde.

Über 500.000 Karten wurden zuletzt jährlich ausgegeben. Über 125.000 wurden davon bei den IVB eingelöst, die jetzt offenbar auch ins Boot geholt werden sollen. Die Gesamtkosten (500.000 Euro) teilten sich die Kaufleute und die Stadt. Doch im neuen Budget wurden die Mittel gekürzt. Damit stand das Aus für die Karte im Raum. Thomas Hudovernik, Obmann des Innenstadtvereins, hatte sich mit den Kaufleuten gegen diese Maßnahme gestemmt. Er sagt auch, dass die Kaufmannschaft den Betrag der Stadt nicht alleine tragen hätte können. Er sieht eine „gute Gesprächsbasis“ und hofft auf einen „Kompromiss“ im Sinne der Innenstadt.

Hudovernik unterstrich noch einmal die Bedeutung der Karte. Die neue Stadtregierung hatte sich aber dazu bekannt, vor allem die Wirtschaft in anderen Stadtteilen forcieren zu wollen, und die Kürzung (für 2019 müssten noch im Umlauf befindliche Karten ja trotzdem abgerechnet werden) mit dieser Maßnahme begründet. Willi möchte angesichts der schwierigen Situation für den Handel aufgrund der starken Konkurrenz im Internet auch in der Kommunikation künftig auf die Bedeutung der Händler in der Stadt hinweisen. „Wir wollen schöne, belebte Innenstädte. Aber es ist wichtig, dass die Menschen da auch einkaufen und nicht nur bummeln und dann im Internet bestellen.“ Innsbruck solle nicht zu einer „Paketwagenzusteller-Stadt werden“, wie es Willi nannte.


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