Atradius sieht erhöhtes Zahlungsrisiko bei Bekleidungshändlern

Wien (APA) - Der Kreditversicherer Atradius sieht die heimischen Bekleidungshändler in Bedrängnis. Deren Zahlungsrisiko könnte kurzfristig s...

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Wien (APA) - Der Kreditversicherer Atradius sieht die heimischen Bekleidungshändler in Bedrängnis. Deren Zahlungsrisiko könnte kurzfristig spürbar ansteigen, heißt es am Dienstag in einer Aussendung. Als Gründe führt Atradius die außergewöhnlich warmen Temperaturen in den Herbstmonaten, die häufig geringe Eigenkapitalausstattung vieler Textilunternehmen sowie Konkurrenz durch das Online-Geschäft an.

Auch „nicht mehr marktgerechte Geschäftsmodelle“ vieler Unternehmen würden dazu beitragen, dass die Bekleidungsbranche zu den risikoreichsten im österreichischen Abnehmerportfolio von Atradius gehöre.

„Ein großer Teil der Branchenakteure muss sich neu aufstellen, wenn sie ihren finanziellen Verpflichtungen auch künftig nachkommen wollen“, sagte Franz Maier, Generaldirektor Österreich, Ungarn und Südosteuropa von Atradius. Dazu gehöre eine optimale Verzahnung von Online-Vertrieb und stationärer Präsenz sowie eine effizient aufgestellte Logistik.

Das Wetter hat der Modebranche heuer einen Strich durch die Rechnung gemacht, die Folge waren Umsatzeinbußen. „Nachdem im Textilhandel bereits das Sommergeschäft aufgrund der zum Teil extremen Hitze bescheiden lief und das Herbstgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, hat nun auch das Schlussquartal 2018 schwierig begonnen“, so Maier. Die geringeren Umsätze schwächten viele Abnehmer der Branche, die hierzulande insgesamt zu den anfälligsten für Forderungsausfälle gehörten.

Eine Verbesserung der Lage beobachtet der Kreditversicherer bei Unternehmen, die einen stärkeren Fokus auf Eigenmarken haben. „Eigenmarken verbessern die Margen des Anbieters und wirken sich positiv auf die Liquidität aus. Und das wiederum verbessert die Zahlungsfähigkeit“, sagte Maier.


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