CO2-Reduktion - Global 2000 kritisch, VCÖ fordert weitere Schritte

Wien (APA) - Die am Vorabend erzielte Einigung der EU auf neue CO2-Grenzwerte bei Neuwagen ist „zu ambitionslos“, kritisiert die Umweltschut...

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Wien (APA) - Die am Vorabend erzielte Einigung der EU auf neue CO2-Grenzwerte bei Neuwagen ist „zu ambitionslos“, kritisiert die Umweltschutzorganisation Global 2000. Um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen hätte es eine „viel stärkere Reduktionen von mindestens 70 Prozent“ gebraucht, was „technisch machbar und notwendig“ sei, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag.

Dass Teile der Autoindustrie die Ziele für unrealistisch halten, sei auf eine „verfehlte Modellpolitik mancher Hersteller zurückzuführen“, kritisiert Global 2000 weiter. Mit der Bewerbung von „spritfressenden SUVs“ stellten sich die Hersteller selbst ein Bein, wird der Klima- und Energiesprecher der Umweltorganisation, Johannes Wahlmüller, zitiert. Zahlreiche Staaten hätten bereits beschlossenen, ab dem Jahr 2030 nur noch völlig emissionsfreie Pkw-Modelle neu zuzulassen.

Beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht man die Einigung dagegen als „wichtigen Schritt zum Klimaziel und zur Reduktion des realen Spritverbrauchs“. Allerdings müssten rasch weitere folgen, da der tatsächliche Spritverbrauch in Österreich kaum gesunken sei. So liegt der reale Verbrauch von Diesel-Pkw aktuell bei rund 6,5 Liter pro 100 Kilometer und damit nur um etwa einen halben Liter niedriger als im Jahr 2000. Bei Benzin-Pkw sank er im selben Zeitraum von 8,8 auf 7,1 Liter. „Es ist höchste Zeit, dass die Hersteller auch beim Spritverbrauch die Verbesserungen nicht nur am Prüfstand und damit nur am Papier erzielen, sondern auch beim tatsächlichen Fahren auf der Straße“, forderte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Der am Vorabend präsentierte Kompromiss der EU sieht vor, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neu zugelassenen Pkw ab 2030 um 37,5 Prozent niedriger liegen muss als im Jahr 2021. Für leichte Nutzfahrzeuge wurde eine CO2-Reduktion um 31 Prozent vereinbart. Für beide Fahrzeugklassen soll bis 2025 eine Minderung um 15 Prozent als Zwischenetappe erreicht sein.


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