The Last Internationale - Kein Geld für Anti-Trump-Song

Wien (APA) - „Wie in einer Schlangengrube“ habe man sich gefühlt: The Last Internationale, US-Blues-Rockband mit gesellschaftspolitischen Te...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien (APA) - „Wie in einer Schlangengrube“ habe man sich gefühlt: The Last Internationale, US-Blues-Rockband mit gesellschaftspolitischen Texten, war von der Zusammenarbeit mit Sony wenig angetan. Das neue Album „Soul On Fire“ haben die Musiker nun in Eigenregie rausgebracht. „Ein Anti-Trump-Song hat es deshalb nicht auf das Album geschafft hat. Uns ist das Geld ausgegangen“, lachte Gitarrist Edgey Pires.

„Das ist der Nachteil, wenn man alles selbst macht und keine große Firma im Rücken hat“, ergänzte Sängerin und Bassistin Delila Paz im Interview mit der APA. Warum man die nicht reibungslose Trennung von dem Major-Label überhaupt angestrebt habe? „Sie wollen dich benutzen, dir eine Richtung vorgeben, dass du ihnen Geld einbringst. Und sie lächeln die ganze Zeit dabei“, antwortete Pires. Künstlerische Freiheit sei weniger gefragt.

„Ich habe in LA meine Identität verloren“, berichtete Pires. „Mit LA ist nicht nur die Stadt Los Angeles gemeint, sondern auch das System“, erklärte seine Kollegin. „Wir waren komplett von all dem abgeschnitten, woran wir eigentlich glauben“, führte der Gitarrist weiter aus. „Wir spürten den Drang, unbedingt da rauskommen zu müssen. In dieser turbulenten Zeit wurden die neuen Songs geschrieben.“

Wie ernst die Aussage über den Anti-Trump-Song gemeint war, sei dahingestellt. Kritisch setzt sich die Band, die als Protest-Folk-Duo begonnen und später einen Drummer dazugenommen und den Sound härter ausgerichtet hat, jedenfalls weiter mit ihrer Umwelt auseinander - wie schon auf dem bei Sony erschienenen Debüt „We Will Reign“ (2014). Die aktuellen Lieder seien aber ein Fortschritt gegenüber dem ohnehin schon viel gelobten Erstling.

„Wir haben das Album selbst produziert und uns für das Schreiben der Songs sehr viel Zeit gelassen, um intensiver an den Sounds und an den Botschaften zu arbeiten, die wir vermitteln wollen“, betonte Paz. „Man kann durchaus von Hingabe sprechen. Das Album klingt, als ob wir live spielen würden - gleich intensiv.“

„Soul On Fire“ sei im Vergleich zum Vorgänger „viel roher“, sagte Pires. „Wie wenn man einen rohen Erdäpfel isst.“ Einen großen Anteil an diesem Sound habe Vance Powell gehabt, der in Nashville den Mix besorgte. „Er arbeitet unter anderem mit Jack White, und er brachte dieses Extra ein“, so Pires.

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.tlinyc.com)


Kommentieren