Kombination: Vorweihnachtsheimspiel mit guten Vorzeichen für ÖSV-Team

Ramsau am Dachstein (APA) - Unmittelbar vor Weihnachten geht es für die Nordischen Kombinierer nach dreiwöchiger Pause in Ramsau noch zweima...

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Ramsau am Dachstein (APA) - Unmittelbar vor Weihnachten geht es für die Nordischen Kombinierer nach dreiwöchiger Pause in Ramsau noch zweimal um Weltcuppunkte. Das ÖSV-Team kann die Heimbewerbe am Fuße des Dachsteins dank des guten Saisonstarts in Skandinavien optimistisch in Angriff nehmen. Topfavorit ist aber Jarl Magnus Riiber, der drei von vier Rennen gewonnen hat und einmal Zweiter gewesen ist.

Der oftmals im Springen überragende Norweger hat im Langlauf stark aufgeholt und scheint deshalb momentan unantastbar. „Er ist schon erstaunlich. Man kann davon ausgehen, dass das noch nicht alles war, er ist noch ein junger Bursche. Und er wird noch besser mit dem Trainingsalter. Wenn er fit bleibt, dann ist er heuer ein Mann für den Gesamtweltcup“, meinte der österreichische Cheftrainer Christoph Eugen über den 21-Jährigen.

Auch Lokalmatador Franz-Josef Rehrl zeigt sich beeindruckt. „Riiber ist einfach ein Wahnsinn, er läuft wirklich schnell. Das überrascht mich schon. Top-5-Laufzeiten, das ist echt ein großer Sprung.“ Rehrl hält es sogar für möglich, dass Riiber die Szene auf lange Sicht dominieren könnte. „Vielleicht hat er so eine Frühform gehabt, dass es zu viel ist. Sonst wird er in den nächsten fünf Jahren nur schwer zu biegen sein.“

Der hochgelobte Riiber kommt jedenfalls mit einer großen Portion Selbstvertrauen nach Österreich. „Die kleine Schanze ist mir immer gut gelegen und ich habe mich zu einem stärkeren Läufer entwickelt, deshalb freue ich mich heuer umso mehr auf die Strecke in Ramsau.“ Hinsichtlich des Kampfes um das Führungstrikot bleibt er gelassen. „Ich freue mich schon darauf, gejagt zu werden.“ Sein erster Verfolger ist mit bereits großem Rückstand der deutsche Topstar Eric Frenzel, knapp dahinter folgt Seidl.

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Dank des Sieges des Salzburgers in Ruka, Rang drei von Rehrl in Lillehammer und weiteren Spitzenergebnissen darf Eugen sehr zufrieden sein. In Ramsau hofft er auf den ersten rot-weiß-roten Stockerlplatz seit 2012, damals war Mario Stecher Dritter geworden. „Die Chance auf das Podest ist sicherlich da. Mir ist aber auch wichtig, dass wir mannschaftlich dabei sind und geschlossen gut punkten“, meinte Eugen im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Sein Aufgebot besteht aus zehn Mann, Lukas Greiderer fehlt erkrankt.

Der erfolgreiche Auftakt für den Großteil seiner Mannschaft zeige, dass man viel richtig gemacht habe. „Es hat gut gepasst. Fein, wenn die Saison so anfängt, das ist beruhigend“, betonte der langjährige ÖSV-Coach. Damit sei aber erst ein Zwischenziel auf dem Weg zur Heim-WM erreicht.

Die ungewöhnlich lange Pause vor dem Heimweltcup wurde für intensives Training in allen Bereichen genutzt, um für den dicht gedrängten Kalender ab Jänner gerüstet zu sein. In Ramsau werden die aktuellen ÖSV-Topleute Seidl und Rehrl ihre Sprungstärke aber wohl nur bedingt ausspielen können, da die Schanze die kleinste im Weltcup ist und dementsprechend geringe Abstände zu erwarten sind.

Rehrl hofft dennoch, dass er wieder im Kampf um den Sieg eingreifen kann. „Bisher ist es echt gut gegangen, sehr gut sogar. Ich hoffe, dass ich wieder vorne dabei bin“, sagte der Ramsauer.

Seidl ist nach dem Trainingsblock topmotiviert für das Ramsau-Doppel. „Ich fühle mich nach wie vor sehr gut. Den Heimweltcup sehe ich als zusätzliche Motivation, weil die Familie und Freunde da sind, ich will natürlich wieder vorne dabei sein.“ Seine Trainingssteuerung sei aber auf die Heim-WM ausgerichtet. „Ich hoffe, dass sich das Training so wie geplant im Jänner, Februar und März auswirkt.“

Im Gegensatz zu Seidl, Rehrl und Martin Fritz, warten die hochdekorierten Routiniers Bernhard Gruber und Lukas Klapfer noch auf die ersten Topresultate. Für Seidl ist der Wettstreit um die Führungsrolle ein Gewinn für alle. „Es ist super, dass die Jungen richtig gute Leistung zeigen können. Die Routiniers merken, dass sie nicht locker lassen dürfen. So pushen wir uns gegenseitig. Keiner lässt locker, das ist eine coole Situation.“


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