Krippe aus Marmor und Schindeln

Seit September bastelte Werner Ocvirk an einer Tiroler Krippe, in die so manches Stück Kramsacher Marmor des mehr als 500 Jahre alten Jenbacher Gotteshauses eingearbeitet wurde.

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Aus Material der Jenbacher Kirchenrenovierung bastelte Werner Ocvirk eine Krippe.
© Zwicknagl

Von Walter Zwicknagl

Jenbach, Radfeld –Schon vor fast zwei Jahren hatte Werner Ocvirk aus Jenbach die fixe Idee: „Aus alten Schindeln vom Kirchturm und Mauerbrocken, die Restauratoren bei der Sanierung des Turmes und der Apsis zu Boden fielen, mache ich eine Krippe.“ Gesagt, getan. Seit September bastelte er an einer Tiroler Krippe, in die Kramsacher Marmor des mehr als 500 Jahre alten Jenbacher Gotteshauses eingearbeitet wurde. Natürlich musste das Dach des Stalles von Bethlehem aus verwitterten Schindeln des Turmes sein. In einer handelsüblichen Laterne verstaute er die Krippe aus dem speziellen Material. In Sachen Krippe hat er ja schon Erfahrung. Denn mit seiner Partnerin Elisabeth Troger schuf er die Kleidung für viele Figuren an seiner orientalischen Krippe, auf die er besonders stolz ist.

„Die Jenbacher Krippe übergebe ich an Pfarrer Wolfgang Meixner. Bei einer Versteigerung zugunsten der Kirchenrenovierung soll sie einen angemessenen Preis erzielen“, sagt der 64-jährige Techniker mit künstlerischer Ader. Er hat mit einem Bild auch seinen Beitrag zum Jenbacher Kirchenkalender 2019 geleistet. In diesem sind zwölf Künstler wie Alfred Kofler, Hannes Peretti, Eva Oechsler, Elmar Gabriel und Matthias Eder verewigt.

In Radfeld freut sich Norbert Wolf über eine kleine Büste von Joseph Mohr, der mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ heuer in aller Munde ist. „Die Büste hatte in den Dreißigerjahren mein Schwiegervater Joseph Lauterbach, ein Maler und Bildhauer, bei einem Trödler in Salzburg erworben“, erzählt er. Der Kopf könnte aus der Wange eines Kirchengestühls stammen. Gekauft hat sie Lauterbach, der nahe Benediktbeuern wohnte, unmittelbar nach der Durchsteigung der Watzmann-Ostwand. Damit endlich auch Ordnung am Krippenberg herrscht, will Wolf bald seinen Krippen-Hias, dem ein Arm abgebrochen ist und der traurig auf dem Fensterbrett steht, eine Behandlung angedeihen lassen. Denn versprochen ist versprochen.

Der Radfelder Norbert Wolf freut sich über eine Mohr-Büste, die einst sein Schwiegervater erworben hat.
© Zwicknagl

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