Lampsenspitze und Praxmarer Grieskogel: Ein Ausgangspunkt, zwei Gipfel

Der Tourenklassiker im Sellraintal, die Lampsenspitze, ist derzeit ein Alternative zur Pistentour. In der Nähe findet man mit dem Praxmarer Grieskogel ein weiteres Ziel.

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Auf dem Weg zum Gipfel des Praxmarer Grieskogel.
© flex

St. Sigmund/Praxmar – Über einen Meter Neuschnee hat es nach den ersten ergiebigen Niederschlägen dieses Jahres in den klassischen Nordstaulagen, z.B. auf der Innsbrucker Seegrube, zuletzt gegeben. Deutlich weniger aktiv war Frau Holle südlich des Inns. Im Bereich der Lampsenspitze etwa, im Sellraintal, fielen aber immerhin noch gut 60 Zentimeter.

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Den Track für die Tour finden Sie unter

https://bit.ly/2BvKzIE

60 Zentimeter im Bereich der Lampsenspitze? Das sollte eigentlich für eine Gelände-Skitour mehr als ausreichend sein. Also ab nach Praxmar um die Lage zu checken. Es ist 9 Uhr. Normalerweise herrscht in Praxmar im Winter und um diese Zeit schon reges Treiben. Vor ein paar Tagen hingegen zierte ein einziges Auto mutterseelenallein den großen Parkplatz. Unglaublich, wenn man weiß, was sich normalerweise hier sonst so abspielt.

So kommt man hin: Vorbei am LVS-Checkpoint folgen wir der normalen Route, welche markiert und längst gespurt ist, dem Weg hinauf in Richtung Lampsenspitze. Zu Beginn auf der Piste, bald durch den Wald. Mal steiler, mal flacher, und queren dabei immer wieder die Rodelbahn, die zur Kogelalm führt. Gleich vorweggenommen: Die Rodelbahn hinauf zur Kogelalm präsentiert sich in einem tipptopp Zustand. Somit ist auch die Abfahrt zurück nach Praxmar perfekt möglich.

Nach den ersten gut 400 Höhenmetern und auf Höhe der Kogelalm haben wir die Qual der Wahl. Links hinauf führt der Anstieg zur immer stark frequentieren Lampsenspitze, rechts geht‘s zum weit seltener begangenen Praxmarer Grieskogel. Von den Höhenmetern sind beide Gipfel ungefähr gleich weit. Rund 1200 Höhenmeter sind‘s von Praxmar aus. Sicherer ist bei ungünstigen Verhältnissen die Lampsen und Gipfelkreuz gibt es auf der Lampsen im Gegensatz zum Grieskogel auch eines. Also wohin? Das Wetter hält und wir treffen eine Entscheidung: Wir holen uns beide Gipfel.

Auf dem Gipfel des Praxmarer Grieskogel, auf dem kein Kreuz steht.
© flex

Zuerst den Grieskogel, fahren von dort wieder ab bis zur Kogelalm und steigen wieder auf die Lampsenspitze auf. Eine gute Idee, die allerdings Kondition für etwa 1800 Höhenmeter erfordert.

Aber wenn man mit Lokal-Matador Lukas Ruetz aus St. Sigmund unterwegs ist, darf es schon mal etwas länger werden. Natürlich kann man sich aber auch für einen der beiden Gipfel entscheiden.

Zuerst zum Aufstieg auf den Grieskogel: Kurz oberhalb der Kogelalm, dort wo auch der Sommerweg hinaufführt, queren wir nach Norden und folgen der bereits angelegten Spur. Anfangs mäßig steil, schlängeln wir uns teilweise noch zwischen größeren Steinen hindurch, bevor es im finalen Anstieg mittels Spitzkehrentechnik einen 30 bis 35 Grad steilen Hang hinauf zum Grat, und von dort zum höchsten Punkt, zum Praxmarer Grieskogel geht. Die letzten Meter gehen wir zu Fuß. Der erste Gipfel des Tages, wenn auch ohne Kreuz, ist geschafft und der fast senkrecht abfallende Tiefblick ins Gleirschtal ist ziemlich imposant.

Bei absolut sicheren Verhältnissen kann man direkt vom Gipfel die steile Ostflanke befahren. Achtung: derzeit nicht. Diese Variante ist zu gefährlich. Somit geht’s für uns entlang der Aufstiegsroute wieder zurück zur Kogelalm.Zurück bei der Kogelalm fellen wir wieder auf. Nun steigen wir hinauf zur Lampsenspitze. 750 Höhenmeter sind es von der Alm bis zum Gipfelkreuz, welches auf knapp 2900 Metern liegt.

Wir folgen der klassischen Aufstiegsroute. Diese ist breit ausgefahren und angenehm gespurt. Zuerst folgen wir der Spur steil hinauf zum ersten „Steinmandl“, weiter kupiert und entlang einiger Schneestangen und teilweise in Spitzkehren bis hinauf zum Skidepot, welches fast schneefrei und abgeblasen ist. An einen Aufstieg mit Skiern zum Gipfel der Lampsen ist nicht zu denken. Die letzten Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz bringen wir also zu Fuß hinter uns. Unschwierig und über gefrorenen Schotter erreichen wir den zweiten Gipfel des Tages. Inzwischen hat es sich eingetrübt, einige Nebelfetzen hüllen die umliegenden Bergspitzen und oben am Gipfel bläst ein extrem unangenehmer Westwind. Richtig kalt ist es.

Vom Skidepot fahren wir entlang oder unweit der Aufstiegsspur ab. Zuerst zurück bis zum großen „Steinmandl“ und von dort weiter, bis wir auf die Rodelbahn treffen. Über diese geht’s ohne Steinkontakt, und wie vorher schon erwähnt, bei genügend Schnee zurück zum Ausgangspunkt unserer Tour. Fazit: Die Bedingungen auf die Lampsenspitze waren schon schlechter, die Tour ist somit durchaus zu empfehlen, wenngleich abseits der Aufstiegs- bzw. Abfahrtsroute ein bisschen Neuschnee nicht schaden würde.

Als Alternative bietet sich aber auch der Grieskogel an, der weit weniger besucht ist. Und wer genügend Kondition bereits zu Beginn der Saison besitzt, soll am besten gleich beide Gipfel besteigen.

In diesem Sinne, viel Spaß in Praxmar mit dem Besuch der Lampsenspitze oder des Praxmarer Grieskogels und noch ein besinnliches Weihnachtsfest. (flex)


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