APA-Jahresrückblick 2018 - Wirtschaft 12 (Nachtrag Nov./Dezember)

Wien (APA) - Wirtschaft/Nachtrag November...

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Wien (APA) - Wirtschaft/Nachtrag November

26. In Österreich stehen die Züge still. Nach dem Scheitern der Kollektivvertragsverhandlungen legen die Eisenbahner für zwei Stunden die Arbeit nieder. Unter dem Druck drohender weiterer Streiks einigen sich die Verhandler Anfang Dezember auf 3,4 Prozent mehr Lohn.

27. Die österreichische Post bläst ihre geplante Kooperation mit der deutschen Fintech-Gruppe ab. Die Deutschen sollten die BAWAG als Vertriebspartner der Post ablösen. Vorstand Walter Hitziger muss nach Platzen des Deals im Dezember seinen Posten räumen.

29. Wegen schlechter Stimmung an den Börsen sagt die österreichische Biotechfirma Marinomed wenige Stunden vor Zeichnungsschluss ihren Börsengang vorerst ab.

29. Razzia bei der Deutschen Bank: Staatsanwaltschaft Frankfurt und deutsches Bundeskriminalamt durchsuchen die Geschäftsräume des größten deutschen Kreditinstituts wegen Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit den „Panama Papers“. 170 Beamte sind bei der Schwerpunktaktion im Einsatz.

30. In Steyr muss der Motorenhersteller Steyr Motors - einst Teil von Steyr Daimler Puch und Magna und mittlerweile in Händen chinesischer Eigentümer - mit 23 Millionen Euro Schulden Insolvenz anmelden. Von der Pleite sind 159 Mitarbeiter betroffen.

Wirtschaft/Dezember

3. Nach sieben Jahren Verhandlungen begraben die EU-Finanzminister unter Federführung der österreichischen Ratspräsidentschaft das Projekt einer gemeinsamen Finanztransaktionssteuer. Stattdessen kommt eine Art Aktiensteuer ins Gespräch.

6. Auf Aufforderung der US-Behörden wird in Kanada die Huawei-Finanzchefin, Meng Wanzhou, festgenommen. Wanzhou ist die Tochter des Huawei-Gründers. Das Vorgehen gegen den weltgrößten Netzwerkausrüster schürt neue Sorgen vor einer Verschärfung des US-Handelsstreits mit China. Im Reich der Mitte werden im Gegenzug mehrere Kanadier festgenommen.

7. Die Erdölländer drosseln die Ölförderung: Das Ölkartell OPEC und verbündete Produzenten wie Russland verständigen sich in Wien darauf, ab Jänner 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl weniger pro Tag aus dem Boden zu pumpen.

9. Dem US-Onlinehändler Amazon steht eine Klage aus Österreich ins Haus: Der Handelsverband reicht Kartellbeschwerde ein. Die Bundeswettbewerbsbehörde soll dem Vorwurf des Missbrauchs der Marktmacht nachgehen.

10. Die japanische Justiz erhebt Anklage gegen den seit Wochen in Tokio in U-Haft sitzenden Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn. Eine der Anschuldigungen: Über mehrere Jahre soll der Automanager nur weniger als die Hälfte seines Einkommens offiziell ausgewiesen haben.

11. Der Autobahnraststätten-Betreiber Rosenberger mit 17 Standorten in Österreich ist pleite. Es sind rund 300 Gläubiger und 448 Dienstnehmer betroffen. Eine Woche später melden auch zwei Tochterfirmen mit insgesamt elf Tankstellen und 142 weiteren Mitarbeitern Insolvenz an.

13. Die Europäische Zentralbank (EZB) segnet den Schwenk in ihrer Geldpolitik ab: Nur noch bis Ende 2018 wird sie frische Milliarden in den Kauf von Anleihen stecken.

17. Nach Betriebsversammlungen mitten im Weihnachtsgeschäft einigen sich die Sozialpartner in einem Verhandlungsmarathon auf ein Gehaltsplus von 2,5 Prozent für die rund 450.000 Beschäftigten im Handel.

19. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Banker Julius Lindbergh Meinl wegen Untreue. Er sowie zwei frühere Meinl-Bank-Vorstände werden beschuldigt, der Bank die Kosten von rund 880.000 Euro für Detektivagenturen verrechnet zu haben, obwohl es um persönliche Angelegenheiten gegangen sei. Die Meinl Bank weist die Vorwürfe zurück.


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