Tiroler Kombinierer Pommer hört auf: „Ich kann und will nicht mehr“

Das Feuer hörte auf zu brennen: Der Inzinger ÖSV-Kombinierer David Pommer (25) beendet wenige Monate vor der Heim-WM in Seefeld seine Karriere.

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Mehrere Knie-Operationen und Kreuzschmerzen machten David Pommer das Skispringen und Langlaufen zunehmend schwerer.
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Wenn harte Kerle ganz weich werden, haben sie etwas Besonderes zu sagen. Bei David Pommer war gestern so ein Moment. Der ÖSV-Kombinierer nahm sich ein Herz, stellte sich im Teamhotel der Österreicher vor seine Mannschaft, um das zu sagen, was ihm schon seit längerer Zeit auf der Seele brennt: „Ich beende mit sofortiger Wirkung meine Karriere.“

Ein Entschluss, der für den 25-jährigen Inzinger alles andere als leicht war. Aber sein Körper habe ihm Zeichen gegeben, dass es genug sei. Nach mehreren Knie-Operationen haben sich „meine Prioritäten verschoben“. Erstmals seit vielen Monaten konnte er im Sommer ohne Schmerzen aufstehen, ehe im Herbst mit Kreuzproblemen der nächst­e Rückfall kam. Pommer brauchte eine Bettkante, um sich Socken anzuziehen. Da sei klar gewesen: „Ich kann und will nicht mehr!“

Die Emotionen werden erst in den nächsten Tagen hochkochen, aber es sei die richtige Entscheidung. Sein Karriere-Highlight sei ein vierter Platz beim Heim-Weltcup in Seefeld 2017. „Das war für mich wie ein kleiner Sieg. Schon damals hatte ich Knieschmerzen und wäre beinahe vom Balken der Sprungschanze gerutscht. Aber ich wusste, die Leute wollen, dass ich weit springe und schnell laufe.“ Auch die WM 2017 in Lahti (Plätze acht und 16) sowie ein Podestplatz im Teambewerb von Lillehammer (3./2016) strahlen hell.

Weltcup in Ramsau, Programm

Freitag: 12.00 Uhr: Qualifikation, provisorischer Wertungsdurchgang.

Samstag: 12.00 Uhr Springen, 14.45 Uhr Langlauf 10 km (beides live ORF eins).

Sonntag: 10.30 Uhr Springen, 12.30 Uhr Langlauf 10 km (beides live ORF eins).

ÖSV-Aufgebot: Willi Denifl, Johannes Lamparter, Florian Dagn, Dominik Terzer (alle Tirol), Mario Seidl, Bernhard Gruber (Sbg), Lukas Klapfer, Franz-Josef Rehrl, Martin Fritz (Stmk), Philipp Orter (Ktn).

„Es gibt viele Leute, die mich begleitet haben und denen ich Danke sagen will“, erzählte Pommer und hatt­e bei diesen Worten Tränen in den Augen. „Meine Mama war meine erste Langlauflehrerin, ich bin meinen Eltern sehr dankbar.“ Neben der Unterstützung seines Sponsors Seefeld mit Bürgermeister Werner Frießer wolle er den ÖSV sowie seinen neuen Arbeitgeber Polizei hervorheben. „Ich werde 2019 mit der Grundausbildung als Polizist anfangen, darauf freue ich mich schon.“

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Der Tiroler beendet sein­e Karriere ohne Reue oder Hass. „Die Nordische Kombination ist meine Leidenschaft und hat mir immer Freude gemacht.“ Selbst der Lebens-traum, bei der Heim-WM 2019 in Seefeld dabei zu sein, rückte in den Hintergrund. Das Feuer habe aufgehört zu brennen, die Gesundheit gehe vor. Der große Zusammenhalt und Spirit in der Mannschaft habe ihm den Abschied sehr schwer gemacht.

Pommer wird ab heute als Fan beim Heim-Weltcup in der Ramsau viele Hände schütteln, mit seinen Teamkollegen in Erinnerungen schwelgen und vor allem – die Daumen drücken für einen Erfolg in Rot-Weiß-Rot. ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen schickt gleich elf Athleten (davon vier Tiroler) ins Rennen. Das beste Ramsau-Ergebnis für Pommer war ein sechster Platz vor zwei Jahren.


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