Helmut Hein: „Über Natura 2000 muss man reden“

Der „grüne“ Helmut Hein kehrt in Reuttes Gemeinderat zurück. Und rüttelt gleich an Tabus: Er fordert den Ausbau der Wasserkraft.

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Helmut Hein in der TT-Redaktion Reutte: Er freut sich auf kommende Aufgaben und „ist bereit, Verantwortung zu übernehmen“.
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Von Helmut Mittermayr

Reutte –Helmut Hein kehrt nach der Demission von Gemeinderat Soner Tiytili, der Hein bei der vergangenen Gemeinderatswahl 2016 durch Vorzugsstimmen überholt und aus dem Kommunalparlament gekippt hatte, auf der grünen Liste in den Gemeinderat zurück. Der Rauschebart ist um große Worte nicht verlegen: „Ich entziehe mich nicht der Verantwortung.“ Soll heißen, er nimmt das Mandat an. Auf die TT-Frage, warum er sich das nach seinem ungewollten Ausscheiden nun noch einmal antue, sagt Hein lachend: „Sicher wegen des persönlichen Egos.“ Er wisse, dass dies mit viel Arbeit verbunden sei, wolle sich aber auch nicht – wie der gerade von der ISS aus dem All zurückgekehrte deutsche Astronaut – einmal bei den Enkeln für die Dauerabsenz entschuldigen müssen.

Hein hat schon bisher den Umweltausschuss von Reutte geleitet, obwohl er die letzten drei Jahre nur Ersatzgemeinderat war – eine Entscheidung Bürgermeister Alois Oberers. Mit Jahreswechsel wird er Fraktionsobmann der Reuttener Grünen im Gemeinderat. Tierärztin Barbara Brejla gibt diese Funktion auf, da sie nach dieser Periode mit der Lokalpolitik aufhören möchte. Dabei ist Helmut Hein gar nicht mehr Mitglied der Tiroler Grünen, wo er zu Jahresbeginn ausgetreten ist. „Und das wird auch so bleiben. Die Gründe sind vielfältig. Da braucht man nicht groß über den Fernpass reden.“

Der Reuttener, der durch den Verkauf von E-Rollern bekannt geworden war, lässt mit einer Aussage aufhorchen. „Das Ansinnen von EWR-Vorstand Christoph Hilz, nämlich im Bezirk Reutte Energieautonomie erreichen zu wollen, hat mich sehr beeindruckt. Dafür wird man einen kleinen Tod sterben müssen. Ich meine damit die Wasserkraft. Jedenfalls ist der Ausbau der bestehenden Kraftwerke zu begrüßen, natürlich auch des Sonnenstroms.“ Hein will angesichts des drohenden Klimawandels vieles kritisch andenken wie „etwa die absolute Unantastbarkeit ganzer Gebiete wegen Natura 2000“.


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