Weihnachten in Tirol: Kommt nach Tauwetter weiße Überraschung?

Der Traum von weißen Weihnachten dürfte heuer vor allem in den tiefen Lagen Tirols nicht Realität werden. Am Wochenende wird es mild und regnerisch. Doch am Heilgen Abend könnte eine Kaltfront für Schneefall sorgen.

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Richtige Schneemänner können die Kinder in Tirol in tieferen Lagen derzeit nicht bauen.
© APA/dpa/David Ebener

Innsbruck - Alle Jahre wieder träumen wir von weißen Weihnachten. Doch die Chancen dafür sind heuer laut den derzeitigen Prognosen in den tiefen Lagen - zumindest vorerst - relativ schlecht Zudem ist bzw. wird der hier vorhandene Schnee durch das Tauwetter in den nächsten Tagen wegschmelzen. Einigermaßen gut sind die Chancen auf weiße Weihnachten in höher gelegenen Regionen, ab 800 bis 1000 Meter Seehöhe. Hier liegt derzeit schon relativ viel Schnee, der das Tauwetter überstehen könnte. Momentan liegen laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zum Beispiel 40 cm Schnee in Obergurgl und am Arlberg.

Pünktlich zum astronomischen Winterbeginn am Freitag wird es in Tirol aufgrund einer wechselhaften und windigen Westströmung zunehmend milder und es setzt das „typische“ Weihnachtstauwetter ein. In Nordtirol überwiegen am vierten Adventwochenende die Wolken und zudem muss man zumindest zeitweise auch teils starken Regen einplanen. Die Schneefallgrenze liegt wahrscheinlich um die 1500 Meter.

Kaltfront am Heiligen Abend

Danach dürfte es wohl rasch wieder entscheidend kälter werden. Der 24. Dezember beginnt trüb und nass mit teils kräftigem Niederschlag. Schon in der Nacht von Heilig Abend auf den Christtag könnte es mit einer Kaltfront bis unter 800 Meter schneien und eine weiße Überraschung geben. Aber die genaue Entwicklung ist laut den Meteorologen momentan noch völlig unsicher.

Weihnachtstauwetter keine Seltenheit

Viel Schnee ist zu Weihnachten in Österreich laut ZAMG eher die Ausnahme. „Viel häufiger ist ein Weihnachtstauwetter, wie wir es heuer mit großer Wahrscheinlichkeit erleben werden“, so die ZAMG. Das Weihnachtstauwetter zählt zu den so genannten Singularitäten. Das sind Wettersituationen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr immer wieder vorkommen und sehr mildes oder sehr kaltes Wetter bringen. Dazu gehören zum Beispiel auch die Eisheiligen, die Schafskälte und die Hundstage. Beim Weihnachtstauwetter strömt aus Westen oder Südwesten milde und oft auch feuchte Luft nach Mitteleuropa und sorgt speziell in tiefen Lagen für grüne Weihnachten.

96 Zentimeter Schnee 1962 in Innsbruck

Von den wärmsten Weihnachten der Messgeschichte werden wir heuer deutlich entfernt sein. Eine Auswertung der ZAMG-Daten für die höchsten Temperaturen an einem 24., 25. oder 26. Dezember zeigt: Zu Weihnachten gab es stellenweise sogar schon knapp 20 Grad in Österreich. 2013 wurden in Kufstein etwa 17,7 Grad gemessen. Von den außergewöhnlichsten Schneelagen zu Weihnachten sind wir heuer sehr weit entfernt. Den Rekord aller Landeshauptstädte seit Messbeginn hält Innsbruck mit 96 Zentimeter Schnee am 24. Dezember 1962. (TT.com)


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