Schüsse in der Wiener City - Mann tot, ein zweiter in Lebensgefahr

Wien (APA) - Ein Mann ist bei der Wollzeile vor einem Wiener Innenstadt-Lokal am Freitagnachmittag regelrecht hingerichtet worden. Das Opfer...

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Wien (APA) - Ein Mann ist bei der Wollzeile vor einem Wiener Innenstadt-Lokal am Freitagnachmittag regelrecht hingerichtet worden. Das Opfer starb durch mehrere Schüsse noch am Tatort, ein zweiter Mann befand sich in Lebensgefahr, berichtete die Polizei. Nach dem Täter wurde auch Stunden nach der Tat in ganz Wien gefahndet. Die Spur führt möglicherweise in die serbische oder montenegrinische Unterwelt.

Die Opfer waren gegen 13.30 Uhr in der Passage, die Lugeck und Wollzeile miteinander verbindet, unterwegs, als laut Zeugen fünf bis zehn Schüsse abgegeben wurden. Ob die Männer zuvor in dem bekannten Schnitzeltempel Figlmüller essen waren und der männliche Täter auf sie gewartet hat, ist unklar. Die Betreiber des Lokals betonten in einer Aussendung, dass Gäste und Mitarbeiter des Restaurants zu keinem Zeitpunkt in Gefahr waren.

Ein Ohren- und Augenzeuge berichtete, dass die Männer zu dritt unterwegs waren. Der russische Tourist, der in einem Geschäft in der Wollzeile war, hörte die Schüsse und sah, wie Passanten die Flucht ergriffen. In der Passage lagen die beiden Angeschossenen, ein dritter Mann stand daneben und sprach mit den etwa 30 bis 40 Jahre alten Opfern. Der 57-Jährige nahm an, dass es sich um einen Angehörigen gehandelt hat. Der Mann sprach eine slawische Sprache, der Tourist vernahm mehrmals ein besorgtes „Bruder, Bruder“, wie er der APA berichtete. Den Täter hat der Russe nicht mehr gesehen.

Dass ein dritter Mann die beiden Opfer begleitete, wollte Polizeisprecher Daniel Fürst auf APA-Anfrage nicht bestätigen. Die Identität des Toten und des Verletzten sind geklärt, wurden aufgrund laufender Ermittlungen aber nicht bekannt gegeben. Zeugen gaben nicht nur eine Täterbeschreibung ab, sie berichteten auch, dass der Bewaffnete mit einem Auto geflüchtet sein könnte. Deshalb gab es im Laufe des Nachmittags nahe des Tatorts mehrere Anhaltungen, jedoch keine Festnahmen. Die Polizei setzte bei der Fahndung, die ganz Wien umfasste, auch Hubschrauber und Diensthunde ein.

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Die Schüsse im größten Weihnachtstrubel in der Innenstadt lösten Panik wegen eines möglichen Terroraktes aus. Das schloss die Polizei jedoch sofort aus. Es habe sich vielmehr um eine „gezielte Straftat“ gehandelt. „Es besteht derzeit keine Gefährdung für Unbeteiligte“, twitterte die Exekutive.

Der Tatort wurde großräumig zwischen Lugeck und Wollzeile abgesperrt. Polizisten waren mit Helmen und schusssicheren Westen zur Verwunderung zahlreicher Touristen an neuralgischen Punkten postiert. Die Sperre wurde drei Stunden nach der Bluttat aufgehoben. Nur die Passage blieb für die Tatortarbeit vorerst geschlossen, mittlerweile ist aber auch dieser Bereich wieder freigegeben.

Mehrere Medien berichteten unter Berufung auf serbische Nachrichtenportale, dass der Hintergrund der Tat womöglich im Dunstkreis serbischer und/oder montenegrinischer Kriminalität zu suchen sein könnte. Die Polizei hielt sich zu den Hintergründen der Tat zunächst sehr bedeckt. Eine Bestätigung oder ein Dementi gab es nicht.

( 1255-18, 88 x 55 mm)


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