Verein plant Anlaufstelle für Heimopfer

Günther Plattner aus Innsbruck war als Kind im „Nowak-Vogl-Heim", wie er erklärt, und das sage schon alles. Er habe in der Aufarbeitung sein...

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Günther Plattner aus Innsbruck war als Kind im „Nowak-Vogl-Heim", wie er erklärt, und das sage schon alles. Er habe in der Aufarbeitung seiner Erlebnisse viele Freunde gefunden und Menschen kennen gelernt, die noch immer Hilfe benötigen. Dem will Plattner mit einem Verein jetzt entgegensteuer­n. „Unverhofft — Unterstützungsverein für Heimopfe­r in Tirol" nennt sich das Projekt, das der Innsbrucker in Eigenregie gestartet hat. Sein Ziel ist klar und ambitioniert zugleich. Er möchte einen Anlaufpunkt für ehemalige Heimopfer schaffen. 30 Mitglieder habe der Verein bereits. Ein Vereinslokal hat Plattner zudem im Auge.

„Es holt dich immer wieder ein", sagt der Innsbrucker (Jahrgang 65). Es werde für so viele in der Gesellschaft etwas gemacht, doch nachdem es um die Heimopferthematik ruhiger geworden sei, habe man das Thema auch wieder weggeschoben. Das will er mit seinem Verein, der vor wenigen Wochen gegründet wurde, ändern. Dabei stellt sich Plattner eine kleine Werkstatt neben dem Treffpunkt vor, einen Ort, wo man etwas „kreativ gestalten" könne. Er könne mittlerweile „offen" über die Geschehnisse von damals sprechen. Und versuche einfach zu helfen.

Wie schwer es eigentlich ist, so etwas auf die Beine zu stellen, hat Plattner in den ersten Wochen gleich erfahren. Behördengänge, Formulare, Vereinsanmeldungen — all das hat der Innsbrucker jetzt hinter sich gebracht. Und will mit seiner Anlaufstelle im Jahr 2019 dann voll durchstarten. Wer Informationen zu dem Verein will, der muss noch persönlich bei Plattner anrufen (Tel. 0699/14003009). Eine Homepage ist in Arbeit. Spenden unter AT 9357 0003 0055 528273. (TT, mw)


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