Ashrawi kritisiert pro-israelische Haltung Österreichs
Wien (APA) - Die prominente palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi hat sich besorgt über die pro-israelische Haltung der österreichische...
Wien (APA) - Die prominente palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi hat sich besorgt über die pro-israelische Haltung der österreichischen Bundesregierung gezeigt. Sie hoffe, dass Österreich in der UNO nicht mit Israel stimme, das ein „Schurkenstaat“ sei und die Palästinenser versklave, sagte sie am Mittwoch in einem Interview im Ö1-Mittagsjournal.
„Ein solches Verhalten wäre ein schwerer Schlag für die Rechtstaatlichkeit“, sagte die aus einer christlichen Familie stammende Palästinenserin, die auf Einladung von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) das Neujahrskonzert in Wien besucht hatte.
Ashrawi erinnerte an die Zeiten des verstorbenen Bundeskanzlers Bruno Kreisky (SPÖ) und betonte, dass Österreich von den Palästinensern noch immer als Freund gesehen werde. Sie kritisierte zugleich indirekt Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der bei der EU-Konferenz gegen Antisemitismus und Antizionismus im November in Wien gemeint hatte, dass die EU ihr Stimmverhalten in der UNO zu Israel überdenken müsse.
Ashrawi sagte dazu, Israel sei noch immer eine Besatzungsmacht. Kritik an Israel werde mit Antisemitismus gleichgesetzt. Es handle sich hier um eine Art von „Erpressung“, die auch von Israels Premier Benjamin Netanyahu verwendet werde. Dies sei dem Friedensprozess im Nahen Osten nicht förderlich.