Beim Essen kommen die Leute zusammen

Der Dinnerclub in Wörgl feiert große Erfolge. Eine kulinarische Entdeckungsreise, bei der auch Freundschaften geschlossen werden.

Volles Haus auch beim Brasilien-Dinnerclub: Bis zu 25 Personen können in der Zone speisen.
© komm!unity

Von Jasmine Hrdina

Wörgl –Schon beim ersten Schritt in den Gemeinschaftsraum der Wörgler Zone läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Exotisch angehauchte Düfte bahnen sich ihren Weg in die Nase, ein reichlich gefülltes Buffet lässt Schlemmeraugen leuchten und befeuert die Lust auf eine Entdeckungsreise, auf die der Tambourspieler einen bereits akustisch entführt. Jeden zweiten Donnerstag im Monat lädt der Verein komm!unity zum Dinnerclub. Auch wenn der Name das suggeriert – die leckeren Speisen stehen eigentlich nicht im Vordergrund, wie Organisatorin und komm!unity-GF Monika Mair erklärt. „Integrationsarbeit hat viel damit zu tun, Begegnungsorte zu schaffen. Beim Dinnerclub treffen Leute aufeinander, die sonst nicht die Möglichkeit dazu hätten.“

Das Konzept existiert weltweit, in Innsbruck veranstaltet die Caritas zweimal pro Woche einen solchen Abend. Angelehnt an die Version in der Landeshauptstadt übernahm der Wörgler Verein die Idee im Frühjahr 2018 und ist seither jedes Mal ausgebucht. Das Prinzip: Freiwillige melden sich als Köche, um ein zwei- bis dreigängiges Menü zu zaubern. Was auf den Teller kommt, entscheiden diese selbst. „Einzige Voraussetzung ist, dass man sich zutraut, für 25 Personen zu kochen“, sagt Mair. Interessierte können sich dann für den Clubabend anmelden (www.kommunity.me), lernen beim Essen neue Menschen kennen und zahlen am Ende des Abends neben den Getränken nur, was auch immer ihnen diese Erfahrung wert war. „Die freiwilligen Spenden stehen prinzipiell den Köchen zu. In den meisten Fällen werden diese aber an soziale Einrichtungen gespendet“, so Mair. 200 bis 500 Euro kommen schon mal bei einer Veranstaltung zusammen. Bisher wurden damit etwa Organisationen wie Licht für Wörgl, das ABC-Frauencafé oder der Europäische Freiwilligendienst unterstützt.

Komm!unity-GF Monika Mair (l.) und Obfrau Irmgard Moritz (Mitte) freuten sich über die kurdisch-syrischen Köstlichkeiten, die Najmia, Nesrin und Mariam-Jan für die Gäste zauberten.
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Auf der Speisekarte fanden sich Gerichte aus Ländern und Kulturen rund um den Globus. Die Gastgeber dürfen den Abend auch einem bestimmten Thema widmen und ein passendes Rahmenprogramm anbieten. So standen etwa Nationen wie Brasilien und Ungarn im Fokus, begleitet von Musik aus den jeweiligen Ländern. Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde beleuchtet, ein anderes Mal rundete eine Reise-Fotoausstellungen das Dinner ab. Am 14. Februar tischt die Montessori-Schule auf – Entdeckungsfreudige sollten sich rechtzeitig anmelden.

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