Tobadill wieder fest in der Hand der Fasnacht
Nach vier Jahren Pause ziehen die Tobadiller wieder an einem Bloch. Bei der Fasnacht ist praktisch das ganze Dorf auf den Beinen.
Von Matthias Reichle
Tobadill – Wo der Bloch versteckt ist, ist in Tobadill ein wohlgehütetes Geheimnis. „Das wissen nur die, die dabei waren“, betont Jungbauernobmann Fabian Wolf. Gut getarnt wartet er seit November auf seinen Einsatz. Erst am Samstag wird er ins Dorf in die Nähe des Dorfcafés transportiert und für seinen großen Auftritt vorbereitet. Der 38 Meter lange Larch ist wie immer der wichtigste Teilnehmer des Blochziehens.
Nach vier Jahren Pause geht die kleine Gemeinde oberhalb von Landeck wieder in die Fasnacht. Und Wolf, als Jungbauernchef gleichzeitig Vorsitzender des Veranstaltungskomitees, bleibt die nächsten Tage keine Zeit zum Durchschnaufen. „Es gibt einen Haufen Arbeit“, betont er. Kostüme werden probiert und auf Vordermann gebracht, Zelte aufgebaut und schließlich auch der Bloch hergerichtet. Er wird beim Fest von 40 Holzern durch die Gemeinde gezogen. „Dafür wird ein Gelenk eingebaut, damit er um die Kurven kommt.“ 30 bis 40 Leute helfen dabei, den Stamm zu schmücken. In der Nacht auf Sonntag wird er dann bei der Blochwacht nicht aus den Augen gelassen.
Beim letzten Mal gab es den Versuch, den Baum anzuschneiden, erinnert sich Wolf. Um 5 Uhr in der Früh, rund um den Wachwechsel, seien Unbekannte zu Fuß gekommen. Die Wacht hat sie rechtzeitig bemerkt. Wer es war, weiß man bis heute nicht.
Insgesamt zählt die Fasnacht über 100 aktive Teilnehmer. Neben der Musikkapelle und den Holzern begleiten zahlreiche Masken das Blochziehen: der Tuif, der Bär, die Jäger, der Moos- und der Tatschenmann, die Morelen, der Gigeler, die Hexen und Schallner sowie der Bajatzl sind Figuren, die es auch bei anderen Fasnachten gibt. Verkörpert werden sie von unverheirateten Burschen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Eine Ausnahme bilden dabei die Morelen. In deren Rolle schlüpfen traditionell Jugendliche.
Seit Mitte Dezember wird geprobt. „Die Schallner haben sich mindestens schon 20 Mal getroffen“, weiß Wolf. Im Takt zu bleiben, die Tänze zu beherrschen, das braucht viel Übung. Los geht es am Sonntag um 13 Uhr im Ortsteil Anderlen. Von dort bewegt sich der Zug bis zum Dorfplatz, wo der Bloch von Bürgermeister Martin Auer versteigert wird.