Abfahrt in Kitzbühel: Favoriten von Paris bis Gramastetten

Abfahrt statt Super-G: Aufgrund des Wetters geht es bereits heute (11.30 Uhr, live TT.com-Ticker) auf die Streif. Nur noch zwei aktuelle Sieger stehen in Kitzbühel am Start, einer ist Top-Favorit.

Bei seinen Fans steht Vincent Kriechmayr freilich hoch im Kurs. Auch die Buchmacher haben den ÖSV-Abfahrer aus Gramastetten ganz oben auf dem Zettel.
© Thomas Böhm

Von Roman Stelzl

Kitzbühel – Wolken, Nebel, leichter Schneefall breiteten sich gestern am frühen Nachmittag über Kitzbühel aus. Wer darin unheilvolle Vorboten für das 79. Hahnenkamm-Wochenende sehen wollte, der wurde kurz darauf bestätigt. Punkt 14.30 Uhr kam die Inf­o, dass die Abfahrt bereits am heutigen Freitag (11.30 Uhr, live TT.com-Ticker eins) ausgetragen wird. Der Slalom folgt morgen, der Super-G am Sonntag. „Für uns war das ein­e schwierige Entscheidung, aber es war die einzige Chance auf drei Rennen“, sagt KSC-Boss Michael Huber zur ersten Freitag-Abfahrt nach 1995.

Für die Speed-Fahrer selbst sollte sich vorerst wenig ändern, auch wenn heute schlechte Sicht droht. „Das ist kein Problem, es geht ja allen gleich“, sagte Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr, der Mann aus Gramastetten. Und Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer meinte locker: „Eben ein Tag mehr in Kitzbühel.“ Der Höhepunkt des Speed-Jahres steigt nur einen Tag früher – mit denselben Hauptdarstellern.

Quotenkönige: Nach den Ausfällen von Thomas Dreßen (GER/Sieger 2018), Peter Fill (ITA/2017), Kjetil Jansrud (NOR/2015) sind mit Dominik Paris (2013 sowie 2016) und Hannes Reichelt (2014) nur noch zwei aktive Streif-Champions am Start. Und mit dem Südtiroler Dominik Paris ist einer davon bei vielen Buchmachern der Top-Favorit. Der 29-Jährige gewann Ende Dezember beide Rennen in Bormio, die Verhältnisse sind heute ähnlich.

Vier Musketiere: Der zweite Ex-Champion am Start, Hannes Reichelt, haderte bisher mit einer Saison, „die gar nichts war“. Nun meldete sich der 38-jährige Salzburger gestern mit der Trainings-Bestzeit zurück. Und fuhr mitten in den Favoritenkreis. Der Kitz-Sieger von 2014, der mit Nummer eins ins Rennen geht, hielt sich aber zurück. „Ich habe nicht alles gut erwischt. Ein bisschen Selbstvertrauen schadet nicht, aber da ist noch viel Luft nach oben“, erklärte Reichelt. Matthias Mayer, Sieger des ersten Trainings, ist als Zweiter der vier Musketiere, die um den Sieg mitkämpfen, nach der Beckenverletzung guter Ding­e: „Ich war viermal im Super-G am Podest, die Abfahrt wäre natürlich ein Traum.“ Vincent Kriechmayr reist mit Lauberhorn-Triumph und viel Selbstvertrauen an. Der zweifache Saisonsieger Max Franz musste zuletzt einige Rückschläge einstecken, mit dem Kärntner ist aber immer zu rechnen.

Unvollendete: Die Liste an Erfolgen des Schweizer Beat Feuz und des Norwegers Aksel Lund Svindal ist lange – aber dennoch fehlt den beiden Abfahrts-Stars wie vielen der Streif-Sieg. Während der 36-jährige Svindal seinen Traum wegen einer Knieverletzung gestern wohl endgültig begraben musste, zählt der Wahl-Aldranser Feuz zum engsten Kreis der Sieganwärter. Trotz des verpatzten Trainings. Feuz: „Es ist viel falsch gelaufen, aber Rennen ist ganz was anderes.“

Außenseiter: Das Vorjahr brachte mit dem Mittenwalder Thomas Dreßen einen Überraschungssieger. In der Geschichte der Kitzbühel-Abfahrt eine Seltenheit. Dennoch rückten sich Matteo Marsaglia (ITA/Trainings-Zweiter) und vor allem der Kärntner Europacup-Sieger Daniel Danklmaier in den Vordergrund. Der Hochfilzener Romed Baumann wurde indes nicht aufgestellt.


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