König von Kitzbühel: Paris gewann Abfahrt, Striedinger Dritter

Zum dritten Mal in seiner Karriere jubelte Dominik Paris über den Sieg bei der Kitzbühel-Abfahrt. Otmar Striedinger (3.) und Daniel Danklmaier (5.) begeisterten die rot-weiß-roten Ski-Fans.

Dominik Paris jubelte im Ziel über eine spektakuläre und blitzsaubere Fahrt.
© gepa

Kitzbühel - Der König von Kitzbühel heißt einmal mehr Dominik Paris. Der Südtiroler eroberte am Freitag in der aufgrund der schlechten Wetterprognosen vorverlegten Abfahrt seine dritte Goldene Gams nach 2013 und 2017. Der 29-jährige Italiener aus dem Ultental setzte sich vor dem Schweizer Beat Feuz (+ 0,20 Sekunden) und dem Kärntner Sensationsmann Otmar Striedinger (+ 0,37 Sekunden) durch.

"Die Fahrt war ziemlich am Limit. Ich bin super-happy", jubelte Paris im Ziel. Warum ihm ausgerechnet die spektakuläre Streif so liegt? "Man braucht eine gute Technik und ein gewisses Risiko. Es ist jedes Mal eine Überwindung. Riskiert man zu viel, fliegt man raus. Riskiert man zu wenig, ist man nicht schnell", beschrieb der 29-Jährige. Für Paris bedeutete der dritte Kitz-Triumph seinen zwölften Weltcupsieg. Der wird mit 74.000 Euro fürstlich entlohnt.

Rekordsieger in der Kitzbühel-Abfahrt

5 Siege: Didier Cuche (SUI) - 1998, 2008, 2010, 2011, 2012

4 Siege: Franz Klammer (AUT) - 1975, 1976, 1977, 1984

3 Siege: Karl Schranz (AUT) - 1969, 1972, 1972; Pirmin Zurbriggen (SUI) - 1985, 1987, 1985; Franz Heinzer (SUI) - 1991, 1992, 1992; Luc Alphand (FRA) - 1995, 1995, 1997; Dominik Paris (ITA) - 2013, 2017, 2019 *

2 Siege: Stephan Eberharter (AUT) - 2002, 2004; Fritz Strobl (AUT) - 1997, 2000; Peter Wirnsberger (AUT) - 1986, 1986; Josef Walcher (AUT) - 1978, 1978; Lasse Kjus (NOR) - 1999, 2004; Steve Podborski (CAN) - 1981, 1982; Sepp Ferstl (GER) - 1978, 1979; Roland Collombin (SUI) - 1973, 1974

* noch aktiver Läufer

Feuz ereilte erneut der "Kitzbühel-Fluch". Zum bereits dritten Mal landete der Schweizer Abfahrts-Weltmeister auf der Streif auf Rang zwei, muss weiter auf seinen ersten Sieg warten. "Ich kann definitiv nicht schneller fahren. Dominik war zwei Zehntel schneller, das muss man einfach anerkennen und respektieren", trauerte der 31-jährige Wahl-Aldranser dem verpassten Sieg nicht nach.

Striedinger: "Selbst nicht erträumt"

Striedinger nutzte die Gunst der Stunde, profitierte von besser werdenden Sichtbedingungen und ließ die Tausenden rot-weiß-roten Fans im Zielstadion doch noch jubeln. "Ich hab mir das selbst nicht erträumt. Die Freude ist riesengroß", diktierte der 27-jährige Kärntner ins ORF-Mikrofon. "Ich war die ganze Saison vom Speed gut dabei. Für mich als Österreicher ist es umso schöner, wenn man in Kitzbühel abschwingt und der Dreier aufleuchtet." Zuletzt und zum bislang einzigen Mal stand Striedinger am 7. Dezember 2013 im Super-G von Beaver Creek auf dem Podest.

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Daniel Danklmaier, der am Montag die Europacup-Abfahrt in Kitzbühel gewonnen und bereits in den beiden Trainings mit den Plätzen drei und vier aufgezeigt hatte, fuhr mit Rang fünf sein bestes Weltcup-Ergebnis ein. Bislang war der Steirer über Platz 19 (Bormio/2018) nicht hinaus gekommen. "Im Zielschuss habe ich Leute schon gehört und gewusst, so schlecht kann es nicht sein. Das Ergebnis ist eine riesige Genugtuung", lachte Danklmaier.

Otmar Striedinger fuhr zum zweiten Mal in seiner Karriere aufs Podest.
© APA

Für die restlichen ÖSV-Herren lief es nicht nach Wunsch. Hannes Reichelt fuhr nach Trainingsbestzeit mit der undankbaren Startnummer eins auf Rang acht. "Die war heute bestimmt kein Vorteil", ärgerte sich der ÖSV-Routinier. Matthias Mayer wurde unmittelbar hinter dem Salzburger Neunter.

Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr schied wie Lake-Louise-Triumphator Max Franz aus. Letzterer klagte nach seinem Aus im oberen Streckenteil über starke Schmerzen in der Ferse und humpelte aus dem Zielgelände. "Oben ist ein Schutzengel mitgefahren, unten muss ich meinem Konditionstrainer danken", sagte Kriechmayr, der zwei Mal knapp an einem Sturz vorbeischrammte. "Ich habe am Start meinen Stock verloren und habe dann mein letztes Hemd riskiert. Vielleicht war das zu viel."

Osttiroler Köll schwer gestürzt

Überschattet wurde das Rennen vom schweren Sturz des Osttirolers Alexander Köll. Der für Schweden startende 28-Jährige wurde bei der Ausfahrt aus der Traverse abgeworfen und knallte mit voller Wucht aufs Eis. Köll musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

Am Samstag (9.30 und 12.30 Uhr/live TT.com-Ticker) sind in der Gamsstadt die Slalom-Stars um Gesamtweltcup-Leader Marcel Hirscher im Einsatz. Am Sonntag (13.30 Uhr/TT.com-Ticker) steht der Super-G auf dem Programm. (pim)


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