Deutscher Ferstl siegte in Kitzbühel, ÖSV ohne Podest im Super-G

Nach Thomas Dreßen im Vorjahr (Abfahrt) stellt Deutschland auch heuer wieder einen Kitzbühel-Sieger. Josef Ferstl fuhr seinen zweiten Erfolg im Weltcup ein. Österreichs Ski-Herren landeten erstmals bei einem Super-G in der Gamsstadt nicht auf dem Podest.

Josef Ferstl hat jetzt seine ganz eigene Golden Gams daheim.
© gepa

Kitzbühel - Zum Abschluss der 79. Hahnenkammrennen jubelten die deutschen Ski-Fans am Sonntag in Kitzbühel am lautesten. Josef Ferstl raste mit Startnummer eins im Super-G sensationell zum Sieg. Der DSV-Speed-Spezialist verwies den Franzosen Johan Clarey (+ 0,08 Sekunden) und Abfahrtssieger Dominik Paris (ITA/+ 0,10 Sekunden) auf die weiteren Podestplätze.

Diese verpassten Österreichs Ski-Asse bei einem wahren Hundertstelkrimi hauchdünn: Vincent Kriechmayr (+ 0,15) wurde unmittelbar vor Matthias Mayer (+ 0,18) Vierter. Die beiden rot-weiß-roten Hoffnungsträger vergaben den möglichen Sieg jeweils durch kleine Schnitzer.

Ferstl setzte im "Wohnzimmer" alles auf eine Karte

Und so trug sich 40 Jahre nach Papa Sepp (Abfahrt 1978 und 1979) wieder einer aus der Familie Ferstl in Kitzbühel in die Siegerliste ein. "Wenn mir einer gesagt hätte, dass ich mit Nummer eins da vorne mitfahren kann, dann hätte ich laut gelacht", gestand der 30-Jährige nach seinem zweiten Weltcupsieg.

"Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, das ist super aufgegangen. Fehlerfrei geht es auf dieser schwierigen Strecke fast gar nicht", verriet Ferstl sein Erfolgsrezept. Auf der Streif fährt der Traunsteiner vom SC Hammer besonders gern: "Ich war hier früher oft mit dem Papa. Für mich ist Kitzbühel mein Wohnzimmer. Mir taugt's da einfach!" Einen 55.000 Euro schweren Siegerscheck nahm Ferstl mit auf die rund eineinhalbstündige Heimreise.

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Die Top drei im Super-G: Johan Clarey, Josef Ferstl und Dominik Paris (v.l.).
© gepa

Für Österreichs Herren ging ein Erfolgslauf zu Ende: Noch nie gab es in Kitzbühel im Super-G ein Podest ohne ÖSV-Beteiligung. "In der Traverse bin ich nicht gut am Ski gestanden. Wenn man da so reinsurft, kann man nicht gewinnen", ärgerte sich Kriechmayr über seine vergebene Siegchance. "Das passiert mir leider immer wieder, langsam zipft mich das an!"

Kein ÖSV-Sieg in Kitzbühel

Mit Platz drei in der Abfahrt durch Otmar Striedinger, der im Super-G ausschied, und dem zweiten Rang von Marcel Hirscher bilanzierte die ÖSV-Equipe nach dem Kitzbühel-Wochenende mit zwei Podestplätzen. In Summe kamen 85.000 Zuschauer zu den drei Rennen, die durch den Programmtausch der Veranstalter ohne Probleme abgewickelt werden konnten.

Kommende Woche stehen in Garmisch-Partenkirchen eine Abfahrt (Samstag) und ein Riesentorlauf (Sonntag) auf dem Programm. Danach nominiert der ÖSV sein Aufgebot für die Ski-WM in Aare. (pim)


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