EU-Vergleich : Pfusch in Österreich am niedrigsten

Das Volumen der Schattenwirtschaft entspricht 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Mit rund 39 Prozent den größten Anteil hat der Sektor Baugewerbe und Handwerksbetriebe.

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Wien – In Österreich ist die Schwarzarbeit im EU-weiten Vergleich am geringsten. 2019 soll das Volumen hierzulande im Jahresabstand um 5,1 Prozent auf 24,1 Mrd. Euro weiter sinken, wie aus den aktuellen Berechnungen des Linzer Ökonomen Friedrich Schneider hervorgeht. Das entspricht 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – im EU-Schnitt liegt der Anteil der Schattenwirtschaft bei 16,3 Prozent.

„Bei uns ist die Kontrollintensität wohl nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern - mit Ausnahme der Bauwirtschaft“, erklärte der Volkswirt im Gespräch mit der APA. „Die Frage der ‚Nachbarschaftshilfe‘ ist bei uns sehr ausgeprägt – was in Deutschland unter Pfusch fällt, ist bei uns nicht unter Pfusch subsumiert.“ Beim Häuslbauen würden nur die Stunden aufgeschrieben und gegengerechnet - „heut‘ bau ich, nächstes Jahr baust du.“ Viele Häuser und Eigenheime gäbe es aber ohne Pfusch gar nicht.

In den 28 EU-Staaten soll es heuer gegenüber 2018 einen Rückgang der Schwarzarbeit um nur 0,54 Prozentpunkte geben. Ähnlich niedrige Pfusch-Raten wie Österreich weisen die Niederlande und Luxemburg mit 7 bzw. 7,4 Prozent des BIP aus. Am massivsten zutage tritt die Schattenwirtschaft in Bulgarien (30,1 Prozent), Rumänien (26,9 Prozent) und Kroatien (26,4 Prozent).

Steuerverluste halten sich in Grenzen

Der größte Verlierer bei der Schwarzarbeit sei der Staat, dem hauptsächlich Sozialversicherungsbeiträge entgingen, so Schneider. Die Steuer- und Sozialversicherungsausfälle belaufen sich den Angaben zufolge auf 2 bis 3,5 Mrd. Euro pro Jahr. Die Steuerverluste hielten sich in Grenzen, da das schwarz verdiente Geld sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben werde. Ein weiterer Verlierer seien die Krankenversicherungen, welche die erhöhten Kosten der zusätzlichen Unfälle bzw. Arbeitsunfähigkeit der Pfuscher tragen würden.

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In den 28 EU-Staaten soll es heuer gegenüber 2018 einen Rückgang der Schwarzarbeit um nur 0,54 Prozentpunkte geben. Ähnlich niedrige Pfusch-Raten wie Österreich weisen die Niederlande und Luxemburg mit 7 bzw. 7,4 Prozent des BIP aus. Am massivsten zutage tritt die Schattenwirtschaft in Bulgarien (30,1 Prozent), Rumänien (26,9 Prozent) und Kroatien (26,4 Prozent).

Steuerverluste halten sich in Grenzen

Mit rund 39 Prozent den größten Anteil an der Schattenwirtschaft hat der Sektor Baugewerbe und Handwerksbetriebe (inklusive Reparatur). In diesem Bereich werden 2019 voraussichtlich 9,9 Mrd. Euro umgesetzt - davon fast 1,9 Mrd. Euro in Wien, 1,14 Mrd. Euro in Oberösterreich und 1,10 Mrd. Euro in Niederösterreich. Ohne Steuern abzuführen aktiv am Arbeiten sind des Weiteren Gewerbebetriebe und haushaltsnahe Dienstleister.

Nach Bundesländern betrachtet wird heuer in Wien mit einem Volumen von voraussichtlich 4,8 Mrd. Euro am meisten gepfuscht. Dahinter folgen Oberösterreich (mit 2,9 Mrd. Euro) und Niederösterreich (mit 2,8 Mrd. Euro). (APA)


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