Neue Leitung bei Wiener Festwochen: Neustart mit belgischer Hilfe

Wiener Festwochen 2019: Christophe Slagmuylders spannende Vorhaben.

Der bestens vernetzte Kulturmanager Christophe Slagmuylder verantwortet für fünf Jahre das Wiener Großfestival.
© APA

Wien –„Eine neue Umgebung, eine unbekannte Sprache (die er im Übrigen gerade im Begriff ist zu erlernen) sind nicht Einschränkung, sondern Inspiration“, meinte Christophe Slagmuylder gestern bei der von großem Medieninteresse begleiteten Präsentation seines ersten Festwochen-Programmes im neu renovierten Studio Molière.

Nach zwei glücklosen Jahren und der einvernehmlichen Auflösung des Vertrages von Tomas Zierhofer-Kin war der 1967 in Brüssel geborene Kulturmanager und langjährige Leiter des belgischen Festivals KunstenFESTIVALdesArts von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler zuerst interimistisch für ein Jahr und im vergangenen Oktober bis 2024 fix als Intendant der Wiener Festwochen bestellt worden. Eine gute Wahl, so das in wenigen Monaten realisierte, umfangreiche Spektrum an Theater-, Performance- und Musikveranstaltungen einlösen kann, was es verspricht.

Vom 10. Mai bis zum 16. Juni wird Wien von der Donaustadt, dem Theater Hamakom im zweiten Bezirk, den Gösserhallen hinter dem Hauptbahnhof bis zum Theater an der Wien oder dem Museumsquartier als Bühne dienen. So unterschiedliche Theaterhandschriften wie jene von Angélica Liddell, Ersan Mondtag oder dem polnischen Regisseur Krystian Lupa, der seine Reflexion über Kafkas „Prozess“ mit der aktuellen politischen Situation seines Heimatlandes verknüpft, sind ebenso geladen wie der Theaterneuerer Milo Rau, der mit „Orest in Mossul“ seine jüngste Arbeit vorstellt. Starglanz bringt Isabelle Huppert, die unter Robert Wilsons Regie als Mary Stuart zu sehen sein wird.

Musik, abseits klassischer Formen, durchdringt Slagmuylders erste Saison: Anne Teresa De Keersmaeker verwandelt Bachs „Brandenburgische Konzerte“ in Tanz-Musik, der österreichische Experimentalmusiker Christian Fennesz stellt sein neues Album vor und in dem etwas anderen Liederabend „Suite n°3 – Europe“ bringen die Franzosen Joris Lacoste und Pierre-Yves Macé im Netz eingefangene Stimmschnipsel in allen Sprachen des Kontinents zu Gehör. Mit 45.000 Karten hat man 2019 erklecklich mehr aufgelegt, das Budget beläuft sich, gleich dem des Vorjahres, auf 12,6 Mio. Euro, wovon 10,6 Mio. die Stadt Wien beisteuert. (lietz)

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