Wien Museum Neu - Direktion weist ÖVP-Angaben zurück

Wien (APA) - Die Leitung des Wien Museums hat am Donnerstag mit Unverständnis auf die zuvor von der ÖVP geäußerten Zweifel reagiert, wonach ...

Wien (APA) - Die Leitung des Wien Museums hat am Donnerstag mit Unverständnis auf die zuvor von der ÖVP geäußerten Zweifel reagiert, wonach der Neu- bzw. Umbau aufgrund statischer Probleme nicht realisierbar sein könnte. „Wir haben einen gültigen Baubescheid“, stellte Finanzdirektorin Christina Schwarz im APA-Gespräch klar. Befürchtungen im Hinblick auf Mehrkosten sieht man ebenfalls völlig unbegründet.

„Die Statik ist schwierig“, das Haus am Karlsplatz sei tatsächlich auf keinem „idealen“ Grund errichtet worden, räumte Schwarz ein. Dieser Umstand sei seit langem bekannt und insofern von Beginn an in die Planungen für die Erweiterung eingeflossen: „Wir haben das so aufgesetzt, dass die Statik bewältigbar ist.“ Es habe diverse diesbezügliche Prüfungen gegeben und der Baubescheid liege seit geraumer Zeit vor. Insofern stimme es auch nicht, dass es bis dato keine Einreichplanung gebe, ärgerte sich der künstlerische Direktor Matti Bunzl. Denn diese sei Voraussetzung für die Ausstellung eines Baubescheids.

Was die Kosten anbelangt, kann man die ÖVP-Aufregung ebenfalls nicht nachvollziehen. Es stimme, dass in der Ausschreibung 2015 ein „Rahmen“ von 70 bis 100 Mio. Euro angeführt worden sei. Nach Vorliegen des Siegerprojekts habe man nun den fixen Kostenrahmen von bis zu 108 Mio. Euro. „Hier ein Krankenhaus Nord herbeizureden, ist schon sehr phantasievoll“, so Bunzl. Schwarz ergänzte, dass man bei den schon erledigten Vorleistungen sogar unter dem Budgetrahmen geblieben sei.

Die ÖVP habe das Projekt bisher immer unterstützt, worüber er sich auch sehr gefreut habe, meinte der Museumschef. Insofern sei er jetzt überrascht von dieser „Kehrtwendung“ - denn: „Es hat sich nichts geändert. Es ist immer noch dasselbe Projekt. Wir sind konsterniert über diese Fehleinschätzung.“ Bunzl sprach bei der Gelegenheit eine Einladung an den nicht amtsführenden ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch und Wieden-Bezirksparteichef Johannes Pasquali - sie hatten die Kritikpunkte am Vormittag vor Journalisten angeführt - aus, um bei einem Gespräch etwaige Bedenken ausräumen zu können. Wobei dies auch alles öffentlich einsehbar sei.

Die von der ÖVP in Erwägung gezogene Subventionskürzungen während der Schließzeit kann die Direktion auch nicht verstehen. Wölbitsch hatte mit dem sehr eingeschränkten Ausstellungsbetrieb argumentiert. Bunzl wies darauf hin, dass die Tätigkeit im Museumsbetrieb freilich ungehindert weitergehe - von der wissenschaftlichen Arbeit über die Betreuung aller Außenstellen bis zu Vermittlungsarbeit. Schwarz ergänzte, dass man in den kommenden Jahren sogar mehr als bisher arbeite: „Zusätzlich zu allen laufenden Dingen stemmen wir jetzt auch noch dieses Monsterprojekt.“