Kurz bei Trump - Stichwort: Oval Office
Washington (APA) - Das berühmteste Büro der Welt ist 10,9 Meter lang, 8,8 Meter breit, 5,6 Meter hoch - und rund. Das Oval Office ist der Ar...
Washington (APA) - Das berühmteste Büro der Welt ist 10,9 Meter lang, 8,8 Meter breit, 5,6 Meter hoch - und rund. Das Oval Office ist der Arbeitsplatz des US-Präsidenten. Das Zimmer mit Blick auf den Rosengarten liegt im Westflügel des Weißen Hauses, wo auch der Stabschef, der Vizepräsident, der nationale Sicherheitsberater und der Pressesprecher des Präsidenten ihre Büros haben.
Das runde Büro geht auf US-Präsident Howard Taft zurück, der es im Jahr 1909 als Zentrum des Westflügels vom Architekten Nathan C. Wyeth errichten ließ. Taft wollte dadurch näher an seinen Mitarbeitern sein. Als der Westflügel im Jahr 1929 niederbrannte, wurde das Oval Office zunächst von Präsident Herbert Hoover wiedererrichtet, doch schon sein Nachfolger Franklin Roosevelt ließ es an den Rand des Westflügels verlegen, damit es Fenster hat.
Üblicherweise richtet jeder Präsident das Oval Office neu ein, doch gibt es einige Fixpunkte, an denen nicht gerüttelt wird. Unerlässlich ist etwa ein Porträt des ersten US-Präsidenten George Washington oberhalb des Kamins, der dem Schreibtisch gegenüberliegt. Die Symbolik dahinter: Der US-Präsident soll bei seiner Arbeit immer den legendären Gründungsvater vor Augen haben.
Seit den 1960er Jahren verwenden die US-Präsidenten auch den selben Schreibtisch. Er heißt „Resolute Desk“, weil er aus dem Holz des früheren Polarforschungsschiffes HMS Resolute gefertigt wurde. Die britische Königin Victoria hatte ihn anfertigen lassen als Dank dafür, dass US-Walfänger das im Polareis stecken gebliebene Schiff geborgen hatten.
In der Mitte des Raumes befinden sich zwei Sofas mit einem Couchtisch, die der Präsident für Gespräche mit Besuchern oder Mitarbeitern nutzt. Das Büro hat vier Türen. Die östliche führt in den Rosengarten, die westliche in die private Küche und das Arbeitszimmer des Präsidenten. Nach Nordwesten erreicht man den Hauptgang des Westflügels, im Nordosten das persönliche Sekretariat des Präsidenten.
In den vergangenen Jahrzehnten ist das Oval Office zum Sinnbild für die Macht des US-Präsidenten geworden. Dazu beigetragen hat, dass viele Präsidenten vom Schreibtisch aus bedeutende Fernsehreden gehalten haben. In Erinnerung ist etwa, wie US-Präsident George W. Bush im März den Irak-Krieg aus dem Oval Office ankündigte. „Saddam Hussein und seine Söhne müssen den Irak innerhalb von 48 Stunden verlassen. Ihre Weigerung wird zu einem militärischen Konflikt führen, der zu einem Zeitpunkt unserer Wahl beginnen wird.“
Eine lässigere Note versuchte Barack Obama dem Büro zu geben, indem er sich dabei fotografieren ließ, wie er bei einem Telefongespräch mit dem israelischen Premier Benjamin Netanyahu die Füße auf den Schreibtisch gelegt hat. Eine unrühmliche Episode der Oval-Office-Geschichte ist der Oralsex, den Bill Clinton mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky in dem Büro hatte. Für Spekulationen sorgt übrigens immer wieder, ob die Gespräche im Oval Office aufgezeichnet werden. Mehrere Präsidenten wie John F. Kennedy oder Richard Nixon hatten nämlich Tonbandaufzeichnungen anfertigen lassen, Amtsinhaber Donald Trump hat in der Affäre um die Entlassung von FBI-Chef James Comey entsprechende Anspielungen gemacht.
Die auch in zahlreichen Filmen und Fernsehserien popularisierte Machtaura des Präsidentenbüros lässt wohl kaum einen Besucher kalt. „Ich muss sagen, ich bin eigentlich nie überwältigt. Ich war überwältigt vom Oval Office“, sagte etwa Reality-Star Kim Kardashian (37) jüngst nach einem Besuch bei US-Präsident Donald Trump.
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