Luftschlag in Afghanistan tötet acht eigene Sicherheitskräfte

Kabul (APA/dpa) - Bei einem Luftangriff in der südostafghanischen Provinz Ghazni sind mindestens acht Sicherheitskräfte getötet worden. Der ...

Kabul (APA/dpa) - Bei einem Luftangriff in der südostafghanischen Provinz Ghazni sind mindestens acht Sicherheitskräfte getötet worden. Der Angriff habe in der Nacht zu Dienstag im Bezirk Jaghori versehentlich einen Kontrollposten der Regierungskräfte getroffen, sagte der Chef des Provinzrates, Nazir Ahmad Faqiri. Vier weitere Sicherheitskräfte seien dabei verwundet worden.

Laut einer Mitteilung der Provinzregierung seien falsche Koordinaten an die Luftkräfte durchgegeben worden. Ob der Luftangriff von afghanischen oder US-Luftstreitkräften durchgeführt wurde, war unklar. Gleichzeitig gab es Berichte über einen Luftschlag, der ebenso in der Nacht zu Dienstag im benachbarten Bezirk Gilan eine Klinik getroffen haben soll. Weitere Details blieben zunächst unklar.

In den vergangenen Tagen waren Regierungskräfte in verschiedenen Bezirken der Provinz Ghazni gegen Rebellen vorgegangen. Im Sommer hatten die radikalislamischen Taliban die gleichnamige Provinzhauptstadt überrannt. Es dauerte mehrere Tage, bis sie wieder aus der Stadt vertrieben werden konnten. Hunderte Menschen kamen bei den Gefechten ums Leben.

Laut einem am Sonntag veröffentlichten UN-Bericht ist 2018 die Anzahl der bei Luftangriffen getöteten Zivilisten in Afghanistan um 61 Prozent gestiegen. Mehr als 500 Zivilisten wurden bei Angriffen der afghanischen und internationalen Luftstreitkräfte getötet.

Aktuell laufen Bemühungen, den langwierigen Konflikt in Afghanistan politisch zu lösen. Vertreter der USA verhandeln mit Taliban in einer sechsten Gesprächsrunde im Golfemirat Katar. Die Gespräche sind bis Donnerstag angesetzt.


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