Milder Winter brachte in Tirol Niederschlagsrekord

Ein an der Alpennordseite sehr nasser und im Südosten viel zu trockener Winter neigt sich dem Ende zu. In Tirol war es der niederschlagsreichste Winter der Messgeschichte.

Enorme Schneemassen prägten den Winter in TIrol. So viel Niederschlag gab es seit Beginn der Messgeschichte noch nie.
© zoom.tirol

Wien – Der meteorologische Winter hat an der Alpennordseite Schneerekorde gebracht und war dennoch einer der 15 mildesten der Messgeschichte. Sehr nass war er vor allem im Westen, während der Südosten deutlich zu trocken war. Das ging aus der am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Bilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hervor. Am Freitag beginnt der meteorologische Frühling.

Rekord-Niederschlagsmengen in Tirol

Im Großteil Österreichs brachte der Winter viel Niederschlag. Nordtirol hatte den niederschlagsreichsten Winter seit Beginn der Messungen und Kufstein verzeichnete mit 545 Millimeter einen neuen Rekord. Das gleiche gilt für Bischofshofen, wo 434 Millimeter gemessen wurden. Hingegen war es im Südosten Österreichs um 50 bis 75 Prozent zu trocken: Deutschlandsberg in der Steiermark verzeichnete mit 37 Millimeter Niederschlag den trockensten Winter seit Messbeginn.

An der Alpennordseite gab es um 50 bis 200 Prozent mehr Schnee als in einem durchschnittlichen Winter. Auch die Summe der durchschnittlichen Neuschneemenge brach Rekorde – etwa in Seefeld mit 505 Zentimetern oder in Bad Mitterndorf mit 559 Zentimetern. Im Flachland von Nord- und Ostösterreich brachte der Winter hingegen um zehn bis 50 Prozent weniger Neuschnee als im Mittel, in der Steiermark und dem Südburgenland sogar um 50 bis 80 Prozent weniger.

„Im Tiefland liegt der Winter um 1,2 Grad über einem durchschnittlichen Winter“, sagte Klimatologe Alexander Orlik von der ZAMG. Auf den Bergen liege der Winter genau im Bereich des klimatologischen Mittels. Im Schnitt gab es diesen Winter um zehn Prozent mehr direkten Sonnenschein.

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Die Anzahl der Eistage – also die Tage, an denen die Temperatur ganztägig unter null liegt – war diesen Winter im Flächenmittel um 35 Prozent unter dem Durchschnitt. Vor allem südlich des Alpenhauptkammes waren die Eistage deutlich seltener. So gab es etwa in Graz nur einen Eistag, im Mittel sind es 17. In den höheren alpinen Lagen und nördlich des Alpenhauptkammes war die Anzahl der Eistage ausgeglichen bis überdurchschnittlich.

Kälte-Rekord am Brunnenkogel

Die höchste Lufttemperatur wurde in Bad Radkersburg, Güssing und Deutschlandsberg mit 19,7 Grad am 26. Februar gemessen. Die tiefste Lufttemperatur maß die ZAMG am Tiroler Brunnenkogel bei minus 25,5 Grad am 11. Jänner, an einem bewohnten Ort in der Salzburger Gemeinde Radstadt am 30. Jänner mit minus 20,8 Grad. (APA)


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