Gedenkstein für zerstörte Synagoge in Straßburg geschändet

Straßburg (APA/AFP) - In Straßburg ist ein Gedenkstein für die von den Deutschen zerstörte Alte Synagoge geschändet worden. Der Stein sei in...

Straßburg (APA/AFP) - In Straßburg ist ein Gedenkstein für die von den Deutschen zerstörte Alte Synagoge geschändet worden. Der Stein sei in der Nacht zu Samstag von seinem Sockel gestoßen und „beschädigt“ worden, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Alain Fontanel im sozialen Netzwerk Facebook. Es handle sich „offensichtlich um eine neue antisemitische Tat in unserer Stadt“, schrieb Fontanel. „Wir tun zusammen mit der Polizei alles in unserer Macht stehende, damit die Verantwortlichen festgenommen werden.“

Nach Angaben des Departements Bas-Rhin wurden Ermittlungen eingeleitet. Straßburgs Bürgermeister Roland Ries verurteilte die Tat: „Es reicht“, bekräftigte er mit Blick auf antisemitische Straftaten auf seiner Facebook-Seite. Der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, bekräftigte seine „Unterstützung für die gesamte jüdische Gemeinschaft“.

Der Sprecher des Regionalverbandes der israelitischen Gemeinde, Thierry Roos, sagte, es gebe „keinen Zweifel daran, dass dies eine vorsätzliche Tat ist. Man wollte das Gedenken an die Synagoge auslöschen“.

Mitglieder der Hitlerjugend hatten nach der Eroberung Straßburgs im Zweiten Weltkrieg die Hauptsynagoge der Stadt am zentral gelegenen Quai Kleber zunächst geplündert. Später wurde sie niedergebrannt.

In Frankreich war die Zahl antisemitischer Übergriffe im vergangenen Jahr um 74 Prozent gestiegen. Im Februar wurden auf einem jüdischen Friedhof im Elsass rund 100 Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert. Auch in Paris sind in den vergangenen Wochen wiederholt antisemitische Schmierereien aufgetaucht. Der Philosoph Alain Finkielkraut wurde am Rande einer „Gelbwesten“-Demonstration in Paris antisemitisch beleidigt. Präsident Emmanuel Macron kündigte mittlerweile ein härteres Vorgehen gegen Judenhass an.


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