Zukunft des „Unsinnigen“ in Jenbach steht in den Sternen
Der Figlclub Jenbach steht vor der Auflösung. Mit dessen Obmann verlässt der zweite Hauptorganisator das Jenbacher Faschingskomitee.
Von Angela Dähling
Jenbach –Heuer hatten sie beim „Unsinnigen Donnerstag“ in Jenbach wieder ihren großen Auftritt: die Jenbacher Figler. Nach der perfekten Tanzshow und ausgelassener Party herrscht jetzt aber Katerstimmung. Denn die Figl-club-Mitglieder wurden von Obmann Gerhard Trenkwalder schriftlich informiert, dass sich der Verein in seinem 50. Vereinsjahr auflösen wird. In dem Schreiben, das der TT vorliegt, heißt es, man könne keinen Ausschuss mehr auf die Beine stellen, der Großteil des bisherigen habe sich innerhalb eines Jahres verabschiedet. Nachfolger seien keine in Sicht. Daher werde auch die für März geplante Jahreshauptversammlung abgesagt. Die Auflösung soll im Herbst bei einer Vollversammlung beschlossen werden. Gerhard Trenkwalder war 30 Jahre lang Obmann. Die Auflösung tue ihm in der Seele weh, schreibt er. Vorstandsmitglied Martin Komploier erklärt: „Die Mitglieder sind in die Jahre gekommen, und die Jungen haben kein Interesse. Figln ist mittlerweile eine Randsportart. Man kriegt praktisch keine Figl mehr zu kaufen, und Rennen gibt es kaum mehr.“ Die Zeit dieses Sports sei einfach vorbei. „Immerhin hat der Verein 50 Jahre bestanden, das ist doch was“, meint Komploier. Auch der Tod des Figlclub-Gründungsmitglieds Manfred Seitlinger im Vorjahr, der ausgerechnet beim Vereinsausflug verstarb, habe die Mitglieder schwer getroffen.
Das Ende des Figlclubs wirkt sich auch auf das Faschingstreiben in Jenbach aus. Denn Obmann Trenkwalder und Klaus Omentisch vom Trachtenverein sind als Mitglieder des „Vereinskomitees“ jene, die in Jenbach den „Unsinnigen“ seit 20 Jahren federführend organisieren. Wie berichtet, tritt Omenitsch als Hauptorganisator und Narrenbürgermeister zurück. „Ich werde jetzt 60 und möchte einfach von dem Termindruck weg und den ,Unsinnigen‘ als Zuschauer oder einfaches Mitglied miterleben“, sagt Omenitsch. Auch Trenkwalder zieht sich aus dem Vereinskomitee zurück. Beiden ist es aber ein großes Anliegen, dass der „Unsinnige Donnerstag“ wie bisher weiterlebt. „Das ist eine eingespielte Sache. Wir brauchen jemand, der im Vorfeld die zwei, drei Sitzungen einberuft und am ,Unsinnigen‘ die Schlüsselübergabe übernimmt“, erklärt Trenkwalder. Er und Omentisch meinen, logisch betrachtet sei es Aufgabe der Narrengilde, dies zu übernehmen. Ob deren Obfrau Barbara Wildauer die ideale Hauptorganisatorin wäre, stehe aber auf einem anderen Blatt. Die Gilde war es, die bis zu ihrer Auflösung vor rund 20 Jahren genau den ,Unsinnigen‘ organisierte. Dann sprang das Vereinskomitee ein, damit es weitergehen konnte. Vor wenigen Jahren wurde die Narrengilde dann neu gegründet, hat beim „Unsinnigen“ aber keine Aufgaben.
Narrengilde-Obfrau Barbara Wildauer reagiert zurückhaltend. „Am Zug ist das Vereinskomitee.“ Sie sehe ihre Rolle nicht darin, hier die Initiative zu ergreifen. Die Narrengilde organisiere bereits Kinderfaschingsveranstaltungen und plane, einen Maskenball ins Leben zu rufen. In den nächsten Wochen wird es an einem runden Tisch Gespräche geben. „Da werden wir uns gerne einbringen“, sagt Wildauer, die übrigens die Auflösung des Figlclubs bezweifelt. „Ich habe da andere Stimmen gehört. Und beschließen kann die Vereinsauflösung nur die Generalversammlung.“