Karfreitag für Burgenland-Beamte weiter frei - Bund wartet ab

Wien (APA) - Im Burgenland werden Beamte am Karfreitag weiterhin freihaben. Das hat das Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) d...

Wien (APA) - Im Burgenland werden Beamte am Karfreitag weiterhin freihaben. Das hat das Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) der APA am Montag bestätigt. In Kärnten soll es für Landesbeamte dagegen keine Sonderregelung geben. Und ob der Bund seinen Mitarbeitern wie bisher den Nachmittag freigibt, ist laut dem Sprecher von Beamtenminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) noch nicht geklärt.

Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt wird am Karfreitag allen ihren Mitarbeitern frei geben und auch die Landesbeamten werden nicht arbeiten müssen. Diese hätten schon bisher frei und das werde auch so bleiben, hieß es Montagvormittag im Doskozil-Büro.

Anders in Kärnten. Wer hier am Karfreitag einen Feiertag einlegen will, muss nach Angaben des für Personal zuständigen Landeshauptmannes Peter Kaiser (SPÖ) einen Urlaubstag nehmen - allenfalls auch als „persönlichen Feiertag“. Keine Festlegung gibt es vorerst in der Landeshauptstadt Klagenfurt: Man wolle sich zuerst anschauen, wie sich die Bundesbehörden für ihre Bediensteten entscheiden, hieß es auf Anfrage.

Die Bundesbeamten haben seit den 1960er Jahren am Nachmittag des Karfreitag frei. Vorige Woche hatten sowohl Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) ein Festhalten an dieser Regelung angedeutet. Fix ist das nach Angaben von Straches Sprecher allerdings noch nicht. Es sei grundsätzlich jedem Minister freigestellt, den Beamten am Karfreitagnachmittag freizugeben, sagte er am Montag. Ob das auch heuer geschehen soll, habe man aber noch nicht festgelegt. Voriges Jahr hatten die Bundesbediensteten den ganzen Karfreitag frei.

Im Vorarlberg bemühen sich Land und Gemeinden um eine einheitliche Lösung für alle Beamten. Die erforderlichen Gespräche seien aber noch ausständig, hieß es aus dem Vorarlberger Gemeindeverband. Bisher arbeiteten sowohl die Angestellten des Landes als auch die der Gemeinden an einem Karfreitag nur bis zu Mittag. Der Nachmittag war für sie frei.

Die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck will zumindest den protestantischen Mitarbeitern am Karfreitag Sonderurlaub gewähren. Ähnliches planen auch einige kleinere Gemeinden - darunter etwa der ÖVP-Bürgermeister im niederösterreichischen Mödling, Hans Stefan Hintner.

Der Gemeindebund gibt „seinen“ Bürgermeistern keine Empfehlung für den Umgang mit dem gestrichenen Feiertag. Wie in der Privatwirtschaft sei es jeder Gemeinde selbst überlassen, ob sie Sonderurlaub gebe. Präsident Alfred Riedl (ÖVP) mahnt aber, dass sich die Bürgermeister ihrer Vorbildrolle bewusst sein sollten. „Bürgermeister sollten nicht den Eindruck erwecken, ihre Gemeindebediensteten haben mehr Privilegien als die Gemeindebürger.“ Er selbst gibt seinen Mitarbeitern daher keinen Sonderurlaub - das Gemeindeamt von Grafenwörth sperrt wie jeden Freitag um 11 Uhr. In die politische Debatte um die von der Regierung getroffene Regelung wolle er sich als Gemeindebund nicht einmischen.