Hechenberger: “Ich erwarte, dass Hundehalter ihre Pflichten einhalten“
Ein Hunde-Verbot auf Almen, wie es derzeit in Oberösterreich geprüft wird, ist in Tirol definitiv vom Tisch. Am Donnerstag tagen Österreichs LK-Präsidenten mit Ministerin Köstinger.
Von Benedikt Mair
Innsbruck –Wenn es rechtlich irgendwie umsetzbar ist, will Oberösterreich ein Hunde-Verbot auf Almen erlassen. Im Sommer könnte es so weit sein. Bereits am Freitag vergangener Woche hat der oberösterreichische Agrarlandesrat Max Hiegelsberger mit dieser Aussage aufhorchen lassen. Der ÖVP-Politiker reagierte damit auf das Urteil nach einem tödlichen Kuh-Angriff im Pinnistal. Zwar gab und gibt es auch in Tirol Verfechter dieser Idee, sowohl Landespolitik als auch Landwirtschaftskammer wollen davon aber nichts wissen.
Das Thema Hunde-Verbot auf Almen wurde auch beim Kuh-Gipfel vergangene Woche intensiv diskutiert. „Obwohl einige Teilnehmer des Treffens sich dafür ausgesprochen haben, sind wir zum Schluss gekommen, dass Verbote nicht zielführend sind“, sagt Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer (LK). Lenkungsmaßnahmen und Aufklärung seien sinnvoller.
Mit der Aufklärungsarbeit habe seine Kammer bereits nach dem tragischen Unglück im Pinnistal begonnen. Hechenberger: „Durch unsere breite Infokampagne sind seit dem Jahr 2014 sicher viele Unfälle vermieden worden.“
Auch Landwirtschaftslandesrat LHStv. Josef Geisler (ÖVP) sieht es ähnlich. „Verbote kann man für alles einführen. Wir haben aber auch eine Straßenverkehrsordnung und dennoch gibt es Raser. Es lässt sich nicht garantieren, dass sich der ein oder andere nicht daran hält.“ Eine groß angelegte Informationskampagne – die bereits vergangene Woche angekündigt wurde – wirke effektiver, glaubt Geisler. Solle die von der Bundesregierung angestrebte Abänderung des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB) kommen, werde zusätzlich mehr auf die Eigenverantwortung der Wanderer gesetzt. Gebote statt Verbote sei laut dem Landesrat die Devise.
Mit der Konkretisierung der Gesetze (auch das Tiroler Almschutzgesetz soll, wie berichtet, überarbeitet werden) ist für LK-Präsident Hechenberger der wichtigste Schritt für ein gutes Miteinander auf der Alm getan. Er erwartet sich, dass nicht nur die Bauern, sondern auch „die Hundehalter ihre Pflichten einzuhalten haben“. Besonders die Abänderung des Paragrafen 1320 im ABGB sei dafür wichtig. Mit Kollegen aus den anderen Bundesländern tagt der Tiroler LK-Präsident dazu am Donnerstag mit Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Deren Ministerium ist mit der Prüfung der Novelle beauftragt.
Das Kuh-Urteil schlägt auch mehr als eine Woche nach Bekanntwerden hohe Wellen. In Oberösterreich sind gestern in eine bereits bestehende Wege-Erhalter-Haftpflichtversicherung explizit auch „Schadensfälle durch Weidevieh“ aufgenommen worden. Die Kosten dafür trägt das Land.