Italienische Feinkostkette Eataly forciert Internationalisierung

Rom (APA) - Während die italienische Supermarkt-und Gastronomiekette Eataly an einen möglichen Börsengang denkt, setzt sie ihren internation...

Rom (APA) - Während die italienische Supermarkt-und Gastronomiekette Eataly an einen möglichen Börsengang denkt, setzt sie ihren internationalen Expansionskurs fort. Am 12. April wird die erste Filiale in Paris eingeweiht. Weitere Filialeröffnungen sind 2020 in London und in Toronto geplant. Auch eine Filialeröffnung in Wien wird angedacht.

Ziel der 2007 gegründeten Feinkostkette ist in allen Hauptstädten der Welt einen Supermarkt mit italienischen Spezialitäten zu öffnen, berichtete Eataly auf APA-Anfrage. Demnach ist eine Filiale für Wien Thema. Im Herbst 2015 wurde in der Münchner Schrannenhalle auf dem Viktualienmarkt die erste Niederlassung im deutschsprachigen Raum eröffnet, die auch bei österreichischen Kunden sehr beliebt sei. Auch der 2017 in Triest eröffnete „grenzüberschreitende“ Eataly-Store, in dem nicht nur italienische, sondern auch österreichische und slowenische Spezialitäten angeboten werden, werde von Österreichern stark besucht, berichtete das Unternehmen.

Die internationale Expansion forciert der Topmanager Andrea Guerra, seit 2016 Exekutivpräsident bei Eataly. Zuvor hatte Guerra die Internationalisierung des weltweit stärksten Brillenherstellers Luxottica vorangetrieben. Unter Guerras Leitung hat Eataly mit seinen 37 Supermärkten einen Umsatz von über 465 Mio. Euro erreicht. Einen Börsengang schließt Guerra nicht aus. Das Unternehmen wird mit 1,5 Mrd. Euro bewertet.

Eataly ist einer der größten Vertreiber von italienischen Konsumgütern weltweit. Das Sortiment umfasst eine Vielfalt an Restaurants, Speisen- und Getränketheken in spezialisierten Supermärkten, Konsumartikel und eine Kochschule. In Rom residiert Eataly im 17.000 Quadratmeter großen ehemaligen Air Terminal auf dem Bahnhof Ostiense. In München werden 4.600 Quadratmeter in Innenstadtlage bespielt. Verteilt auf 16 Gastronomiebereiche wird italienische Küche in allen Variationen angeboten.

Entwickelt hat das Eataly-Konzept der aus dem Piemont stammende Firmengründer Oscar Farinetti. In seinen Megastores bietet er hochwertige, meist regionale Spezialitäten an, die direkt von den Produzenten bezogen werden. Farinetti sucht persönlich in ganz Italien nach hochqualitativen Herstellern.

Inspirieren ließ sich Farinetti von seinem Jugendfreund Carlo Petrini, der im Jahr 1986 die Bewegung Slow Food ins Leben gerufen hatte. Slow Food will zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln animieren und die biologische Vielfalt sowie die traditionelle, regionale Küche erhalten. Kunden sollen verstehen und bewusst schätzen, was sie zu sich nehmen. Sie sollen genau wissen, woher die Lebensmittel kommen und wie sie entstehen, lautet Farinettis Credo.