Der Volkshaus-Saal in Lienz weicht einem Neubau
Die Osttiroler Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft OSG brauchte schon lange mehr Platz und baut für sich ein Verwaltungsgebäude.
Von Christoph Blassnig
Lienz –Begonnen hat Georg Theurl im Jahr 1984 als erster und alleiniger Angestellter der Osttiroler gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft OSG. Schon damals war das Büro am derzeitigen Standort in der Beda-Weber-Gasse in Lienz. Inzwischen teilt sich Theurl die Geschäftsführung mit Wolfgang Wilhelmer. Die Belegschaft ist auf 21 Mitarbeiter angewachsen. „Wir haben keinen Platz mehr und waren schon länger auf der Suche nach einem neuen Standort“, erklärt Theurl. Bis zu drei Mitarbeiter teilten sich derzeit ein Büro.
Um die Straßenecke liegt das Volkshaus, das dem Verein Volkshaus Lienz gehört. Vor einem Jahr war das dortige Obergeschoß in den Fenstern zur Vermietung ausgeschrieben. „So ergab sich der erste Kontakt“, berichtet Georg Theurl. Die OSG wollte jedoch kaufen und nicht mieten, das Obergeschoß alleine wäre auch zu klein gewesen. Interessant für die Genossenschaft war der hintere Zubau zum Volkshaus, in dem sich der große Saal befindet. Ende des Vorjahres wurde man einig, seit letzter Woche ist der Kaufvertrag für die 705 Quadratmeter bebaute Fläche unterschrieben. Es fehlt noch die Widmung in gemischtes Wohngebiet, das Ansuchen liegt bei der Stadt.
„Wir haben die Planung bereits vergeben“, berichtet Theurl, in der Geschäftsführung für Neubauprojekte zuständig. Für Details sei es demnach noch zu früh, doch eine erste Beschreibung des Vorhabens sei möglich.
Der Gebäudeteil mit dem Saal wird abgerissen. Die OSG errichtet eine Tiefgarage. Ebenerdig sind Parkplätze für den Kundenverkehr angedacht. Im ersten Obergeschoß werden künftig die Mitarbeiter ihre neuen Arbeitsräume vorfinden. Im Vollausbau könnte ein zweites Obergeschoß dazukommen. „Allerdings haben wir nicht vor, sofort so groß zu bauen“, sagt der Geschäftsführer. „Wie bisher setzen wir einen Schritt nach dem anderen.“ Am neuen Standort sehe man Potenzial für die nächsten Jahrzehnte und plane, bei Bedarf entsprechend zu erweitern.
Dass man in der gleichen Straße bleibe und nur um eine Ecke weiter zieht, sei ein Glücksfall für die Genossenschaft, meint Theurl. „Wir fühlen uns in diesem Bereich der Stadt sehr wohl. Unsere Kunden und Mitarbeiter schätzen die gewohnte Lage dank guter Erreichbarkeit von allen Seiten.“ Allerdings habe man bisher nur zwei Tiefgaragenplätze besessen, Kundenparkplätze waren gar keine vorhanden. Einen öffentlichkeitswirksamen Prunkbau an prominenter Stelle zu errichten, das hätte nicht zur Philosophie des Unternehmens gepasst, wenngleich die Geschäfte gut laufen. „Mittlerweile verwalten wir in Osttirol und nur ganz vereinzelt in Oberkärnten 3000 Wohnungen und einige Geschäftslokale.“ Allein heuer investiert die OSG 20 Millionen Euro in Sanierungen und den Neubau von Objekten im Bezirk.
Am neuen Standort ist auch ein Konferenzraum geplant, um Mieter- und Eigentümerversammlungen im eigenen Haus abhalten zu können. Bisher sei man dafür in Gasthäuser ausgewichen, berichtet Theurl. Im besten Falle könne man im Herbst mit dem Bau beginnen und ein Jahr darauf umziehen.