100 Jahre Frauenwahlrecht: Frauen aller Parteien machten einander Mut
Wien (APA) - Mit einer Festveranstaltung in der Hofburg hat das Parlament am Montag die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren gewür...
Wien (APA) - Mit einer Festveranstaltung in der Hofburg hat das Parlament am Montag die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren gewürdigt. Die Zweite Nationalratspräsidentin, Doris Bures (SPÖ), machte in ihrer Eröffnungsrede den Männern „Mut zur Quote“. Zu Wort kamen im Großen Redoutensaal auch Mandatarinnen aller fünf Parlamentsparteien sowie die zweite Präsidentin, Anneliese Kitzmüller (FPÖ).
„Es begann ein frischer Wind der Verantwortung und der Veränderung das Hohe Haus zu durchlüften“, erinnerte Bures an die konstituierende Sitzung vor 100 Jahren, bei der acht Mandatarinnen ins Hohe Haus einzogen. Bures gab auch dem Initiator der Veranstaltung, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), recht, der gesagt habe, es sei wichtig, Frauen Funktionen zuzutrauen. Männer müssten aber auch vom Verhandlungstisch aufstehen, um Frauen Platz zu machen.
Ein Dank an die Männer, die damals hinter ihren Frauen standen und die ein ebenso wichtiger Teil der Geschichte seien, kam von Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP). Heute gebe es zum Glück noch viel mehr Männer wie diese, erkannte sie an und: „Frauenrechte sind einfach Menschenrechte.“. Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schlug wiederum vor, den 8. März, den Internationalen Frauentag, zum „Feiertag für alle“ zu machen.
„Der Ansatz hat mir sehr gut gefallen“, sympathisierte Carmen Schimanek von der FPÖ mit dem Vorschlag nach einem Feiertag, bezweifelte, diesen auch umsetzen zu können. „Wir müssen zusammenhalten und uns Tag für Tag für unsere Freiheit und Rechte einsetzen“, appellierte sie an die Frauen. Stephanie Krisper von den NEOS rief die anderen Fraktionen auf, Gleichberechtigung in der eigenen Partei zu leben - wie es in ihrer der Fall sei.
JETZT-Frauensprecherin Stephanie Cox dankte „den vielen mutigen Frauen, die es ermöglicht haben, dass ich heute überhaupt hier stehen kann“. Allerdings habe es weder eine Bundespräsidentin, noch eine Bundeskanzlerin gegeben. Keynotes zum Thema gab es ebenfalls von zwei Frauen: Der Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Barbara Stelzl-Marx, und von der Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle.
Die Schlussworte kamen von der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ). „Vor 100 Jahren sind Weichen gestellt worden, die nicht nur uns Frauen betroffen haben, sondern auch die Männerwelt betroffen haben“, meinte sie. Initiator Sobotka hatte dementsprechend den Frauen freiwillig das Wort überlassen und verzichtete auf eine Ansprache.