Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Montag nicht mehr weiter von einer erhofften Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit pr...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Montag nicht mehr weiter von einer erhofften Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit profitiert. Der deutsche Leitindex bewegte sich zwar über weite Strecken moderat im Plus, zum Ende hin ging ihm aber mit den immer schwächer tendierenden US-Börsen das letzte bisschen Schwung verloren. Der DAX schloss 0,08 Prozent tiefer bei 11.592,66 Punkten - und damit fast auf Tagestief.
Der MDAX dagegen verteidigte zum Wochenstart ein moderates Plus. Er ging 0,28 Prozent höher bei 24.727,85 Zählern aus dem Handel.
Jüngste Äußerungen aus China und den USA deuten zwar darauf hin, dass eine Lösung des Zollstreits zwischen den bedeutenden Wirtschaftsmächten immer realistischer wird. Börsianern zufolge können lose Absichtserklärungen dem DAX auf dem bereits höchsten Niveau seit November nicht mehr groß nach oben helfen. Laut Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets ist ein positiver Ausgang der Gespräche bereits weitgehend eingepreist.
Für Gesprächsstoff sorgte am Montag, dass aus Peking von „substanziellen Fortschritten“ bei den Gesprächen mit den USA die Rede war. Für Stanzl wäre aber auch eine baldige Lösung des Zollstreits kein Freifahrtschein für weitere Kursgewinne. „Man sollte auch bedenken, dass solche großen Deals in der Vergangenheit aus psychologischer Sicht oft ein Euphorie-Hoch markierten und nicht etwa der Startpunkt einer länger anhaltenden Phase positiver Stimmung waren“, sagte der CMC-Markets-Experte.
Ganz oben auf der Einkaufsliste der Anleger standen am Montag Bayer-Papiere mit einem Aufschlag von gut 1,3 Prozent. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte dem Medikament Sorafenib einen Sonderstatus für Mittel gegen seltene Leiden gewährt. Dieses gilt als Kandidat für die Behandlung von seltenen Desmoid-Weichteiltumoren.
Linde-Papiere dagegen knüpften mit einem Minus von 1,89 Prozent an ihre Verluste vor dem Wochenende an. Der Konzern hatte in seiner Neuaufstellung nach der Fusion mit Praxair mit seinem Ausblick für das Jahr enttäuscht. Ähnlich deutlich ging es in einer europaweit getrübten Branchenstimmung für die Lufthansa-Aktien nach unten.
Am unteren Ende der DAX-Riege landeten jedoch die Papiere von Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Kursverlust von rund 2,2 Prozent. Händler verwiesen hier auf neue Sorgen um das Nordamerika-Geschäft - ausgelöst von einem Medienbericht, wonach die US-Regierung an einem neuen Vergütungsansatz für Dialysepatienten arbeite, der eine kostengünstigere Behandlung zu Hause bevorzugen soll.
An der MDAX-Spitze ging es für Wacker Chemie und Kion jeweils um rund 4,6 Prozent nach oben. Bei Wacker verwiesen Händler auf anziehende Preise für das wichtige Produkt Polysilizium. Beim Gabelstapler-Hersteller Kion wertete Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank einen jüngsten Kursrutsch als „merkwürdig“ und bekräftigte am Montag seine Kaufempfehlung für die Papiere.
Im SDAX brachen die Papiere von Borussia Dortmund um mehr als 10 Prozent ein, nachdem der Club am Wochenende in der Fußball-Bundesliga seinen Vorsprung auf den großen Rivalen FC Bayern München einbüßte. Nicht nur bei Fans, sondern auch bei den Aktionären war entsprechend Katerstimmung angesagt. Einem Börsianer zufolge ist derzeit im Rennen um die Meisterschaft das Momentum ganz klar beim FC Bayern.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA461 2019-03-04/18:30