Bezirk Kitzbühel

Bei Gewerbegründen in St. Ulrich geht nichts weiter

Hier im Ortsteil Strass der Gemeinde St. Ulrich soll seit 2012 ein Gewerbegebiet entstehen.
© Wörgötter

Die Vergabe von Grundflächen wurde in der Gemeinderatssitzung verschoben, weil es bei der Zufahrt noch immer keine Einigung gibt.

Von Michael Mader

St. Ulrich a. P. –Die Erschließung des Gewerbegebietes in St. Ulrich am Pillersee wird schön langsam zur unendlichen Geschichte: Wie mehrfach berichtet, hat die Gemeinde bereits im Jahr 2012 im Ortsteil Strass zum Preis von mehr als 500.000 Euro eine 13.800 Quadratmeter große Fläche angekauft. Eine entsprechende Umwidmung des Gebietes wurde vom Land aber vorerst abgelehnt, weil es sich um eine ökologisch wertvolle so genannte Hutweide handeln soll.

Nachdem eine Ausgleichsfläche geschaffen worden war, konnte zumindest dieses Hindernis ausgeräumt werden. Weitere Verzögerungen des Großprojektes gab es dann durch ein noch nicht fertiges Straßenkonzept und schließlich wegen unterschiedlicher Ansichten über eine Zufahrt. Die bestehende führt nämlich mitten durch das Gewerbegebiet und soll nach unterschiedlichen Plänen an den Waldrand verlegt werden.

Bei den ausgearbeiteten Varianten stößt man allerdings immer wieder auf Gegenwehr von betroffenen Grundeigentümern, wie auch Bürgermeisterin Brigitte Lackner gegenüber der Tiroler Tageszeitung bestätigt: „Wir sind leider schon wieder zu keinem Ergebnis gekommen.“ Auch weil sie keine Ausgleichsflächen für Grundbesitzer „herbeizaubern“ könne, welche diese als Ersatz für die geplante Straße fordern würden.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in St. Ulrich wurde deshalb auch sehr emotional diskutiert. „Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung muss eine Lösung herbeigeführt werden. Einer der Grundeigentümer soll jetzt selber Gespräche führen“, weiß Lackner, die meint, dass „es schon ein sehr leidiges Thema“ sei. Die Vergabe von Grundflächen im Gewerbegebiet wurde jedenfalls vertagt. Der zuvor angesprochene Strasserwirt Josef Nothegger glaubt nicht, dass es seine Aufgabe sei, „mit der Gemeinschaft Rossau zu verhandeln, die je nach Straßenvariante 1000 bis 3000 Quadratmeter Grund hergeben müsste“. „Da ist schon die Gemeinde am Zug. Zwei von den Grundbesitzern sitzen ja sogar im Gemeinderat. Warum mit denen nie verhandelt wird, verstehe ich nicht“, ärgert sich Nothegger.

Zurückgetreten ist hingegen Gemeinderat Jakob Wörter jun. von der Liste „Wir Nuaracher für St. Ulrich“. Er hat einen dementsprechenden Brief an die Gemeinde geschrieben.

„Ich habe ihn zufällig getroffen und gesagt, dass er noch Zeit hätte, das zurückzunehmen, aber er wollte nicht“, berichtet Lackner. Dass der Rücktritt in Zusammenhang mit einem Streit in der Gemeinde steht, streiten sowohl Lackner als auch Wörter ab. „Ich habe es aus zeitlichen Gründen gelassen“, erklärt Wörter.

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