Mit Fatah steht die Zeit in Innsbruck still
Es war im November 2010, da wurde ein gewisser Shuan Fatah als neuer Headcoach der Swarco Raiders präsentiert. Ausgerechnet jener Fatah, der...
Es war im November 2010, da wurde ein gewisser Shuan Fatah als neuer Headcoach der Swarco Raiders präsentiert. Ausgerechnet jener Fatah, der noch wenige Monate zuvor mit den Berlin Adlers die Innsbrucker aus der European Football League (Halbfinale) geworfen hatte und später den Euro-Bowl-Titel einsackte. Neun Jahre später sitzt der Berliner immer noch in Innsbruck.
„Das ist die Frage aller Fragen", holte der Erfolgscoach am Dienstag bei der Saisoneröffnungspressekonferenz der Raiders aus, als es darum ging, wie er denn die Motivation nach den drei Titeln im Vorjahr (AFL, CEFL, ECTC) noch aufrecht halten können wird. „Ich kann es dir ehrlich nicht sagen. Ich glaube, es ist eine kollektive Sache. Oft befruchten mich die Jungs, dann gibt es beispielsweise mit Claudia (Nuener, neue Managerin, Anm.) neue Impulse. Alles ist ein fließender Prozess, der noch keine Abnützungserscheinungen erlitten hat."
Seit in Tirol die Footballer nach seiner Pfeife tanzen, steht eines außer Frage: Die Raiders von Fatah sind ein Erfolgsprodukt. Mit Titeln und jedes Jahr mit zumindest einem Finale. Und das trotz zweier Generationswechsel:
Spieler, die aufhören, nach Übersee wechseln, oder Jungspunde, die zu früh in die Kampfmannschaft müssen — der Football-Fachmann hat bisher alle Problemfelder aufgelöst. Das Wort Krise gibt es seit seinem Schaffen in der Coaching-Zone nicht. Luftschlösser baut die sympathische „Berliner Schnauze" deshalb aber keine. „So eine richtige Delle hatten wir noch nicht. Das wird aber auch einmal kommen. Und dann muss man schauen, wie das Umfeld reagiert. Ich bin kein Sesselkleber und der Erste, der seine Sachen packt, wenn meine Worte keinen Empfänger mehr finden."
Was bisher noch nie passiert ist. Ganz im Gegenteil: Fatah genießt nach Jahren des Kampfes mit den „hohen Herren" in Wien ein hohes Standing. Als Trainer des österreichischen Nationalteams oder als Experte beim Privatsender Puls 4. Sein Erfolg beschert ihm jedes Jahr Angebote aus Europa und auch aus Übersee. „Wir haben wirklich schon einiges hier miterlebt. Das kann alles jedoch auch schnell einmal enden. Obwohl es meiner Familie hier sehr gut gefällt, wir müssen das immer im Hinterkopf behalten."
Für die Innsbrucker Footballer geht es am 16. März (15 Uhr) beim Aufsteiger Amstetten Thunder los — zwei Wochen später steigt der Schlager gegen den Dauerrivalen Vienna Vikings im Tivolistadion. (suki)