Bezirk Reutte

Mobiles „Werkhaus“ macht Schüler fit für digitale Welt

Unter der Anleitung von Johannes Leismüller entwickelten die Schüler der NMS Vils mit Hilfe von Blockprogrammierung ihr erstes eigenes Computerspiel.
© Werkhaus

Mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung der offenen Werkstätte bringt das „Werkhaus“ Zugänge zu neuen Technologien in die Schulen.

Von Simone Tschol

Reutte, Vils –Überraschung für die vierte Klasse der Neuen Mittelschule Vils. Sie bekam kürzlich Besuch vom Werkhaus. Das Werkhaus ist ein von Sandra Moosbrugger-Koch und Johannes Leismüller initiiertes Projekt zur Förderung digitaler und technologischer Kompetenzen in der Region. Den Anstoß für das Start-up gab der 2017 von Henrik Wentzler und dem kdg campus ins Leben gerufene „Tiroler Lech Funding Contest“, ein Wettbewerb für neue Businessideen im Außerfern und dem angrenzenden Allgäu.

Mit dem Werkhaus entsteht im Zentrum von Reutte eine offene Werkstätte für all jene, die sich gerne selbst handwerklich betätigen, aber weder über Räumlichkeiten noch entsprechende Werkzeuge verfügen. Ausgestattet für die Bereiche Holz, Metall, Elektro, 3D-Druck, Laserschneiden etc. steht das Angebot jedermann bzw. -frau für kreative Projekte oder Reparaturen zur Verfügung. Und das – so hoffen die beiden Initiatoren – bereits ab dem Sommer.

Neben dem Angebot für Private, Hobbybastler, Betriebe, Lehrlinge und Jungunternehmer liegt ein Schwerpunkt der gemeinnützigen Einrichtung auf der Arbeit mit Schulen. Mit spannenden Projekten sollen Kinder und Jugendliche fit für die digitale Wende gemacht werden.

Schon jetzt gibt es das Werkhaus deshalb als mobile Variante, die von Schulen in Anspruch genommen werden kann. Den Start dazu markierte jetzt die NMS Vils. Die Viertklässler wurden zwei Stunden in die Grundlagen des Programmierens eingeführt. „Mit Hilfe von Blockprogrammierung, in der Programmbefehle grafisch aufbereitet sind, lassen sich wesentliche Elemente wie Schleifen und Wenn-dann-Abfragen veranschaulichen. Dies bietet eine Grundlage zum Verständnis professioneller Programmiersprachen“, erklärt Johannes Leismüller. Was für digitale Laien nach einem Batzen reinen Fachwissens und wenig Spaß klingt, ist in der Praxis alles andere als trockene Materie. „Die Schülerinnen und Schüler waren in der Lage, in dieser kurzen Zeit ihr eigenes Computerspiel zu programmieren und zu individualisieren. So zeigte sich der Feind, den es im Spiel zu bezwingen galt, gelegentlich auch als Eichhörnchen oder Einhorn.“

Mithilfe ausgesuchter Software und von Lernrobotern will das Werkhaus für jede Altersstufe – vom Kindergarten bis zur Maturaklasse – einen adäquaten Zugang zu neuen Technologien schaffen und damit die Schulen bei den Herausforderungen der Digitalisierung unterstützen.

Leismüller voller Zuversicht: „Die schnell wachsende Zahl der Anfragen bestätigt uns, auf dem richtigen Weg zu sein.“

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