Venezuela - Termine in Außenamt und BKA für Guaidos „Botschafter“

Wien (APA) - Der „Botschafter“ des selbsternannten venezolanischen Präsidenten Juan Guaido in Österreich, William Davila Valeri, hat Termine...

Wien (APA) - Der „Botschafter“ des selbsternannten venezolanischen Präsidenten Juan Guaido in Österreich, William Davila Valeri, hat Termine im Außenministerium und Bundeskanzleramt bekommen. Wie die APA am Dienstag erfuhr, wurde Guaidos Emissär am Montag in der Amerikaabteilung des Außenamts vorstellig, für Dienstag war ein Treffen mit der Außenpolitik-Beraterin von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geplant.

„Ein derzeit in Österreich weilender Vertreter Guaidos hat in der Amerikaabteilung des Außenministeriums vorgesprochen“, teilte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer der APA am Dienstag mit. Er bestätigte damit venezolanische Medienberichte und die Angaben Davilas gegenüber der APA. Demnach traf der Emissär Guaidos mit der Leiterin der Amerikaabteilung, Botschafterin Elisabeth Kehrer, zusammen. Im Bundeskanzleramt sollte er am Dienstag die Kurz-Beraterin Barbara Kandel-Jensen treffen. Das Bundeskanzleramt bestätigte den Termin für Guaidos „Emissär“ gegenüber der APA. In diesem Zusammenhang wurde darauf hingewiesen, dass Kurz vor einigen Wochen mit Guaido telefoniert habe.

Davila war vom venezolanischen Parlament zum neuen Botschafter in Wien ernannt worden, nachdem Österreich - wie zahlreiche europäische Staaten - Guaido als Übergangspräsidenten des lateinamerikanischen Staates anerkannt hatte. Auf den diplomatischen Verkehr Österreichs mit Venezuela hat diese Anerkennung aber keine Auswirkung, solange das Regime von Präsident Nicolas Maduro die Macht in Caracas in Händen hält.

Davila sagte der APA in Wien, dass die österreichischen Behörden ihn als „persönlichen Gesandten von Präsident Guaido“ ansehen. Er äußerte Verständnis für die Haltung Österreichs, zumal es auch die Rolle Wiens als Standort zahlreicher internationaler Organisationen zu berücksichtigen gelte.

Der in Madrid lebende Unternehmer will in nächster Zeit öfter nach Österreich kommen, wobei ihm vor allem die Förderung des Wirtschaftsaustausch ein Anliegen ist, wie er der APA sagte. Es gebe für österreichische Unternehmen nämlich großes Investitionspotenzial in Venezuela. Drängend sei die Frage der Reisepässe für die in Österreich lebenden Auslandsvenezolaner. Wegen bürokratischer Hürden und politischen Drucks sei es nämlich „fast unmöglich“, neue Reisedokumente zu bekommen. Deshalb setze man sich dafür ein, dass die europäischen Staaten vorübergehend auch abgelaufene Reisepässe anerkennen, erläuterte er.

(Die außenpolitische Redaktion der APA - Austria Presse Agentur versendet am morgigen Mittwoch ein ausführliches Interview mit dem venezolanischen Emissär)