Französischer Jihadist Jean-Michel Clain offenbar in Syrien getötet

Baghouz (APA/AFP) - Der französische Jihadist Jean-Michel Clain ist nach Angaben seiner Frau in der letzten Bastion der Jihadistenmiliz „Isl...

Baghouz (APA/AFP) - Der französische Jihadist Jean-Michel Clain ist nach Angaben seiner Frau in der letzten Bastion der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Osten Syriens getötet worden. Seine Ehefrau Dorothée Maquere sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag, nachdem sie das Dorf Baghouz (Baghus) verlassen hatte, im Februar sei erst ihr Schwager Fabien Clain durch eine Drohne getötet worden.

Später sei dann ihr Ehemann durch Mörserbeschuss ums Leben gekommen. Der Tod von Fabien Clain war am 21. Februar von informierten Kreisen in Paris gemeldet worden. Der 41-Jährige und sein 38 Jahre alter Bruder Jean-Michel waren kurz zuvor im Dorf Baghouz an der irakischen Grenze Ziel eines Luftangriffs der internationalen Anti-IS-Koalition gewesen. Laut Maquere wurde ihr Ehemann bei dem Drohnenangriff zunächst schwer verletzt, bevor er bei einem zweiten Angriff getötet wurde.

In Baghouz harren noch hunderte zumeist ausländische IS-Kämpfer unter dem Beschuss der Anti-IS-Koalition und kurdisch-arabischer Milizen aus. Maquere sagte, in Baghouz könnten noch einige weitere Franzosen sein.

Sie hatte wie tausende IS-Kämpfer und ihre Angehörigen das Dorf am Euphrat verlassen und wartete nun an einem Sammelpunkt in der Nähe auf ihren Abtransport in ein Gefangenenlager im Norden.

Die Clain-Brüder waren in den 1990er Jahren zum Islam konvertiert und hatten sich später radikalisiert. Die beiden Männer aus dem südfranzösischen Toulouse waren Vertraute des Islamisten Mohammed Merah, der im März 2012 in Toulouse sieben Menschen ermordete, darunter drei jüdische Kinder. Zudem standen sie den IS-Zellen nahe, welche die Anschläge von Paris und Brüssel im November 2015 und im März 2016 verübten.

Nach Angaben der französischen Ermittler sprach Fabien Clain die Botschaft, in der sich die IS-Miliz zu den Anschlägen von Paris bekannte, bei denen in Cafés, Restaurants und einem Konzertsaal 130 Menschen getötet worden waren. Sein Bruder sang demnach die religiösen Gesänge, die auf der Aufnahme zu hören sind.